„Solidarität sieht anders aus…“
Die Flüchtlingsproblematik, die Solidarität mit den Flüchtlingen und die Menschlichkeit ihnen gegenüber. Das sind die Begriffe, die nicht nur in den Medien, sondern auch in den Hörerbriefen momentan dominieren.
„Im Hörerforum gratulierte man zum 79. Jahrestag der Auslandssendungen von Radio Prag – dem schließe ich mich an – und kündigte Aktionen zum runden Jubiläum im kommenden Jahr an. Darauf bin ich natürlich gespannt, und das angekündigte Jubiläumstreffen wäre für mich ein schöner Grund, nach längerer Zeit wieder einmal der Goldenen Stadt einen Besuch abzustatten. Immerhin bin ich schon mindestens seit September 1971, also seit nunmehr 44 Jahren, Hörer von Radio Prag, wie aus meinem QSL-Archiv hervorgeht. Ich wäre deshalb dankbar, wenn Sie den Termin und die Einzelheiten zu dem Jubiläumstreffen baldmöglichst bekanntgeben würden.“
Wir werden es tun, Herr Andorf, versprochen. Georg Pleschberger aus Villach bemerkte dazu:„Vielversprechend sind ja die Ankündigungen von Radio Prag über das 80. Jahr der Auslandssendungen im nächsten Jahr. Die Hörer können sich freuen!“
Das Hauptthema der Berichterstattung in fast allen Medien Europas sind derzeit die Flüchtlinge und die Migrationskrise. Dieses Thema hat aber auch Platz gefunden in den Briefen und E-Mails, die unsere Hörer uns geschickt haben. Hans-Joachim Pellin aus Lübz hat uns geschrieben:
„Hallo, heute wieder ein Empfangsbericht von mir. Da in den Nachrichten das Thema Flüchtlinge und humanitärer Korridor angesprochen wurde, möchte ich mich hier kurz äußern. Ich hoffe, wir finden innerhalb von Europa eine einvernehmliche Lösung zur Regelung der Flüchtlingsfrage. Es muss doch möglich sein, dass alle Länder der EU entsprechend ihrer Möglichkeiten und Wirtschaftskraft Flüchtlinge aufnehmen und dies als eine Frage der Menschlichkeit gegenüber den Flüchtlingen ansehen.“Gernot Klein reagierte etwas nachdrücklicher auf unsere Berichte zum Umgang Tschechiens mit der momentanen Flüchtlingswelle:
„Vielen Dank für Ihre Artikel zu diesem Thema. Ich bin ehrlich gesagt entsetzt, wie in Prag seitens der Regierung gehandelt wird. Solidarität sieht anders aus. Ich meine die Solidarität mit den Menschen, aber auch mit den EU-Partnern. Statt zu sagen, wir machen jetzt die Grenzen auf und lassen die Menschen nach Deutschland, sollte Tschechien besser für menschenwürdige Unterbringung von Kriegsflüchtlingen sorgen. Auch die strikte Blockadepolitik einer Quotenverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU zeugt nicht davon, dass die Politik verstanden hat, was Solidarität bedeutet. Es erweckt vielmehr den Eindruck, dass man nur die Vorteile der EU genießen will, aber keine Pflichten bereit ist zu tragen. Zum Thema Solidarität mit den Menschen finde ich Aussagen wie ‚Zuwanderung ist kein Menschenrecht‘ und ‚die EU soll den Zustrom der Migranten verhindern‘ abscheulich. Wir sollen also unsere Grenzen für Menschen schließen, die vor Krieg, Hunger und Tod fliehen? Es wird Zeit, dass einige Personen ihre Xenophobie überwinden.“ Soweit Gernot Klein. Franz Schanza aus Schrems wiederum zeigte sich überrascht, dass die Flüchtlinge auch in Tschechien ein wichtiges Thema sind.„Die Programmbeiträge waren wieder sehr interessant. Ich war erstaunt, dass sich in Ihrem Land auch die Flüchtlingsproblematik bemerkbar macht. Die Beiträge über den Schulbeginn und das Hörerforum waren ebenfalls sehr interessant.“
Alle haben Recht, die behaupten, dass die Tschechische Republik eher ein Durchgangs- als ein Zielland der Migranten ist. Doch auch hierzulande ist der Umgang mit den Flüchtlingen dieser Tage das Thema Nummer eins. Wir kommen daher noch einmal auf die Zuschrift von Fritz Andorf aus Meckenheim zurück:
„Die Sendung am Mittwoch war fast ganz der aktuellen Flüchtlingsproblematik gewidmet. Auch in Tschechien scheint man dafür keine Patentlösung zu besitzen. Natürlich kann man Flüchtlinge, die illegal die Grenze überschreiten, unter Hinweis auf die Gesetzeslage festsetzen. Aber letzten Endes muss man sie ja doch wieder freilassen und sie danach entweder im Land aufnehmen oder dorthin abschieben, wo sie hergekommen sind. Vielleicht sollte man bei der geringen Zahl die erste Alternative vorziehen, denn etliche der Flüchtlinge werden ohnehin nach Westen oder Norden weiterwandern. Auf jeden Fall wird die Flüchtlingsproblematik uns alle noch lange beschäftigen.“ Soweit Ihre Stimmen zum aktuellen Flüchtlingsthema. Im Folgenden wollen wir noch ein paar weitere Zuschriften publik machen. Ralf Urbanczyk aus Eisleben reagiert auf unsere Sendereihe „Heute am Mikrophon“:„Das Interview mit dem Regisseur Štěpán Altrichter über seinen Film ‚Schmitke‘ fand ich ganz spannend. Gegenwartsfilme, die das moderne tschechisch-deutsche Verhältnis zum wesentlichen Inhalt haben und nicht nur am Rande streifen, findet man nicht so häufig. Da ist dieser Film schon etwas Besonderes. Den Trailer zum Film habe ich mir bereits angesehen. Die Geschichte wirkt darin ziemlich konfliktreich und die Szenerie ein wenig unheimlich. Was ich nun gar nicht verstehen kann, ist, dass die tschechischen Dialoge für die Aufführung in deutschen Kinos nicht untertitelt oder sogar synchronisiert werden. Der Film ist damit etwas für die ganz Mutigen, die sich bei einem Film mehr auf die Wirkung der Bilder als auf die Dialoge konzentrieren. Das passt irgendwie nicht mehr in die heutige Welt der allgegenwärtigen Talkshows, Sitcoms und schnellen Dialoge. Da wird es der Film schwer haben, in den deutschen Kinos gezeigt zu werden, auch wenn er gegen viele andere Filme mit seiner Geschichte und derer künstlerischen Umsetzung durchaus punkten kann.“
Heinz Günter Hessenbruch aus Remscheid fand die letzte Ausgabe der Sendereihe „Forum Gesellschaft“ interessant:„Besonders gut hat mir heute der Beitrag über die Hunde in Tschechien gefallen. Wer hätte das gedacht.“
Heinrich Eusterbrock aus Kaufbeuren widmet sich nicht dem einen oder anderen Thema aus unseren Sendungen, sondern den Empfangsmöglichkeiten von einst und heute:
„Liebe Damen und Herren der deutschsprachigen Redaktion, von der letzten Juni- bis zur ersten Augustwoche waren meine Frau und ich, wie fast jeden Sommer, mit unserem Wohnmobil unterwegs. Volle vier Wochen standen wir auf einem kleinen, gemütlichen Campingplatz an der Elbe, westlich von Hamburg. Das Wetter war durchwachsen, eben typisch nordeuropäisch, aber wir konnten trotzdem viel unternehmen. Nur eines ging nicht: Internetverbindungen herstellen. Der Campingplatz stellt leider kein WLAN zur Verfügung und über das Mobilfunknetz ging es auch nicht, da es zu schwach war. Telefonate konnten wir nur mit Mühe und Not führen. Man kann also sagen, dass wir elektronisch so gut wie von der Welt abgeschnitten waren. Ja, das gibt es auch heutzutage noch. Wie schön ging es doch zu früheren Zeiten mit der Kurzwelle. Ich kann also leider nicht mit Hörberichten für den Monat Juli dienen. Aber ein paar Berichte sind, seit wir wieder zu Hause weilen, zusammengekommen. Im Anhang steckt der Hörbericht 1504.“
Vielen Dank, Herr Eusterbrock, für Ihren Empfangsbericht, der eine recht respektable Nummer trägt, und für Ihren Brief.Und das war’s für heute. Wir bedanken uns für alle Zuschriften, bitte schreiben Sie uns weiterhin. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Mails schicken können Sie uns auch, und zwar an: [email protected]. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!







