Radio Prag stellt freien Mitarbeiter vor

Jakub Šiška (Foto: Khalil Baalbaki, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Im heutigen Hörerforum wird die letzte Quizfrage beantwortet und eine neue gestellt. Auch geben wir den Gewinner vom Juli bekannt. Außerdem möchten wir Ihnen unseren freien, aber regelmäßigen Mitarbeiter Jakub Šiška näher vorstellen.

Jakub Šiška  (Foto: Khalil Baalbaki,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Willkommen beim Hörerforum. Gleich am Anfang wollen wir eine E-Mail zitieren, die wir von unserem Hörer Wolfgang Bruch aus Schwarzenbach an der Saale bekommen haben. Er hat uns geschrieben:

„Sehr geehrte Redaktion, stellen Sie doch einmal Jakub Šiška vor, der viele Sendungen – zum Beispiel das Kapitel aus der Tschechischen Geschichte – bringt. Er gehört ja nicht Ihrer Redaktion an, ist aber relativ oft zu hören.“

Diesem Wunsch soll nun nachgekommen werden, dazu hat Jakub Šiška für diese Sendung einige Fragen beantwortet. Bevor wir aber zu ihm kommen, noch wie immer im ersten Hörerforum des Monats unser Quiz. Die Frage für den August lautet:

Illustrationsfoto: Barbora Kmentová
Im Böhmerwald entspringt der längste Fluss Tschechiens, wie heißt er? Schreiben Sie uns die richtige Antwort an: [email protected]

In der Frage im Juli wollten wir ein Jubiläum wissen, dem wir in unseren Sendungen in diesem Jahr viel Raum und Aufmerksamkeit gewidmet haben. In welchem Jahr und wo wurde der böhmische Reformator und Prediger Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt? So lautete die Quizfrage. Und die Antwort ist:

Es war im Jahr 1415 in Konstanz.

Manche von Ihnen haben das genaue Datum, am 6. Juli 1415 geschrieben und auch weitere Details hinzugefügt. Vielen Dank dafür. Ein Sachpreis, nämlich ein T-Shirt mit dem Logo von Radio Prag, geht diesmal an Michael Lindner aus Halle an der Saale.


Foto: Kristýna Maková,  Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
Seit vielen Jahren schon ist Jakub Šiška freier Mitarbeiter der deutschen Redaktion von Radio Prag. Mit ihm nun ein kleines Interview:

Jakub, du bist freier Mitarbeiter unserer Redaktion, du schreibst und sprichst regelmäßig Beiträge für unsere Sendungen. Ist die deutschsprachige Redaktion von Radio Prag die einzige Redaktion im Tschechischen Rundfunk, für die du arbeitest, oder kann man dich auch anderswo hören?

„Das ist eine lange Geschichte. Ich bin schon im Jahre 1991 zum ersten Mal in dieses Gebäude des damaligen Tschechoslowakischen Rundfunks gekommen. Damals habe ich in einer Papierfabrik in Südböhmen gearbeitet und abends Radio gehört. Dort wurde eine Anzeige gesendet, dass die Wirtschaftsredaktion einen Redakteur suche. Ich habe dort angerufen, die Stimme am anderen Ende sagte ‚Ja, Sie können kommen‘, ich bin dort hingefahren, und seitdem bin ich – mit einigen Pausen – freier Mitarbeiter des Rundfunks. Zurück aber zu der Frage: Ich arbeite vor allem für die Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks, ich mache Beiträge und Sendungen in tschechischer Sprache, und die Zusammenarbeit mit der deutschen Redaktion ist für mich die Sahne auf der Torte.“

Gerald Schubert  (Foto: Kristýna Maková,  Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)
Du machst für uns viele Beiträge für die Sendereihe „Kapitel aus der tschechischen Geschichte“. Hast du Geschichte studiert, oder liegt dir dieser Themenbereich aus anderen Gründen besonders am Herzen?

„Ich bin kein Historiker. Ich habe Wirtschaft studiert. Dass ich das Geschichtskapitel mache, hat sich durch Zufall ergeben. Das war noch in der Zeit, als Gerald Schubert die deutsche Redaktion leitete, also vor etwa zehn Jahren. Ich habe mit ihm bei einer Gelegenheit gesprochen, und er hat mir angeboten, diese Rubrik zu machen. Geschichte interessiert mich selbstverständlich. Man sagt, die Geschichte ist die Lehrerin unsers Lebens, und ich bin der Meinung, dass das wirklich stimmt. Aber ab und zu beschäftige ich mich auch mit anderen Themen für andere Rubriken.“

Welche sind sonst deine Lieblingsthemen und Themenbereiche? Ich frage auch nach deinen Beiträgen in den tschechischsprachigen Sendungen des Rundfunks. Du hast gesagt, dass du Wirtschaft studiert hast. Ist das der Kernbereich, dem du dich widmest?

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
„Nein. Ich kann mich selbst nicht als Wirtschaftsexperten bezeichnen. Ich widme mich vor allem dem Thema Energie, Energiewende, erneuerbare Energien, Atomenergie und so weiter. In diesem Bereich arbeite ich mit einem österreichischen Freund und Kollegen zusammen, der seit Jahren in Budweis lebt. Er hat Kontakte zu verschiedenen österreichischen Umweltorganisationen. Ich schreibe also regelmäßig Beiträge und Kommentare zu diesem Thema für den Tschechischen Rundfunk, und darüber hinaus veranstalten wir in vielen Städten Tschechiens Diskussionsrunden und halten Besprechungen ab. Die Öffentlichkeit laden wir zu unseren Veranstaltungen vor allem in Bibliotheken ein. Über das Thema wird in Tschechien leider nicht so häufig diskutiert wie in Deutschland oder Österreich.“

Das wäre sicher auch ein Thema für Radio Prag. Du hast gesagt, du lebst nicht in Prag, wo du für den Rundfunk arbeitest, sondern in Südböhmen…

Semily  (Foto: TIC Semily,  Wikimedia CC BY-SA 3.0)
„Das ist mittlerweile anders. Ich habe ein paar Jahre in Südböhmen gelebt, weil meine Ehefrau von dort stammt. Aber jetzt leben wir in Nordböhmen, in der Kleinstadt Semily bei Liberec.“

Du schreibst für uns Beiträge in Deutsch. Ist Deutsch einfach eine Fremdsprache, die du mal gelernt hast, oder hast du eine besondere Beziehung zur deutschen Sprache beziehungsweise zu Deutschland?

„Ich habe Deutsch gelernt. Mit der Zeit hat es sich so entwickelt, dass ich mehr und mehr lernen musste. Ich mag Deutsch.“


Foto: Karen Arnold,  PublicDomainPictures.net
Und das war’s für heute. Wir bedanken uns für alle Zuschriften, bitte schreiben Sie uns weiter. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Und für E-Mails: [email protected]. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!