Bioabfall, Geschwindigkeit auf Autobahnen und Kulturhauptstadt Pilsen

Pilsen (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)

Erneut sind zwei Wochen vergangen, es ist also wieder Zeit für unser Hörerforum. Diesmal unter anderem zu den Themen Erhöhung der zulässigen Geschwindigkeit auf den tschechischen Autobahnen, Trennung von Bioabfall und vor allem zum Kulturangebot in der Kulturhauptstadt Plzeň / Pilsen.

Foto: Tschechisches Fernsehen
Willkommen bei Ihrer Sendung auf Radio Prag, willkommen zu einer neuen Ausgabe des Hörerforums. Ein Drittel des Monats Mai ist vorüber, daher ist es höchste Zeit, Ihnen eine neue Quizfrage zu stellen. Die Frage lautet:

In Tschechien wird gerade die Eishockey-WM ausgetragen. Wie viele Goldmedaillen haben das tschechische und das tschechoslowakische Nationalteam zusammen bei Weltmeisterschaften bisher gewonnen?

Karl IV.  (Foto: Kristýna Maková,  Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)
Schreiben Sie uns die Zahl der Medaillen an [email protected]. Wenn Sie die Frage richtig beantworten und dazu noch das Glück haben, ausgelost zu werden, dann gewinnen Sie bei uns einen Sachpreis, und zwar ein T-Shirt. Die glückliche Gewinnerin vom April ist Berit Lehmann. Die richtige Antwort lautete 1355 und Rom. Gerade in jener Stadt und in jenem Jahr fand die Krönung des böhmischen Königs Karl IV. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches statt.

Und nun zu Ihren Briefen, E-Mails und Fragen. Zu einem aktuellen Thema, über das wir kürzlich berichtet haben, hat uns Hans-Joachim Pellin aus Lübz seine Ansicht geschrieben:

Foto: YouTube
„Interessant fand ich den Hinweis in den Nachrichten zur Erhöhung der zulässigen Geschwindigkeit auf Autobahnen und Fernstraßen. Ob dies die Verkehrssicherheit beziehungsweise die Unfälle auf den Autobahnen oder normalen Straßen verringert, zweifle ich doch ein wenig an, um nicht zu sagen: Dies glaube ich nicht. Aber vielleicht hat man sich vom immer höheren Verkehrsaufkommen leiten lassen.“

Martina Pohl aus Überlingen verweist auf zwei unserer Beiträge und schildert zu dem jeweiligen Thema auch einige Erfahrungen aus Deutschland:

Foto: Tomáš Adamec,  Archiv des Tschechischen Rundfunks
„Eines Ihrer Themen galt auch der neuen Abfallverordnung in Tschechien, der Trennung des Bioabfalls. Tonnenpflicht nein. Städte und Gemeinden können ihre Einwohner an die Recyclinghöfe verweisen. Ohne eine Tonnenpflicht wird man aber keine optimale Mülltrennung erreichen, das ist meine Meinung. Wie in Ihrem Beitrag schon erwähnt wurde: Wer geht schon zur Entsorgung von Kartoffelschalen mehrere Kilometer weit. Bei uns im Ort wurde die Biotonne schon vor über 20 Jahren eingeführt. Im letzten Jahr kam dann auch noch die Papiertonne für alle hinzu. Mehr Tonnen und Container bedeuten aber auch, dass eine Erweiterung des Müllplatzes vor jeder Haustür geschaffen werden muss. Dies ist wiederum mit Kosten verbunden. In einem weiteren Beitrag konnte man erfahren, dass auch in Tschechien ein Anstieg an Bio-Lebensmitteln zu verzeichnen ist. In einer Zeitschrift gab es vor nicht allzu langer Zeit einen Artikel, der sich mit der weltgrößten Bio-Messe befasst hat, diese findet jedes Jahr im Februar in Nürnberg statt. Dort hieß es, dass die Branche 2014 knapp acht Milliarden Euro Umsatz machte. Immer gefragter werden auch Free-from-Produkte für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten. Der Markt für Naturkosmetik wächst ebenso weiter. Auch jedes Bio-Brot bedeutet zwei Quadratmeter Acker ohne den Einsatz von Pestiziden. Alleine die deutschen Pestizidhersteller haben 2013 im Inland 1,5 Milliarden Euro umgesetzt. Schlusslicht am Bio-Anteil am Gesamtmarkt in Deutschland waren immer noch Geflügel, Fleisch und Wurstwaren.“

‚Japanischer Garten‘ in Prag  (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)
Von Ralf Urbanczyk aus Eisleben wollen wir gleich zwei E-Mails zitieren. Die erste betrifft eine Ausgabe der Sendereihe Spaziergang durch Prag vom April:

„Der Spaziergang durch Prag mit dem fesselnden Bericht über den Prager Zoo hat mir echt gut gefallen. Ich habe den Prager Zoo einmal in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gesehen und war damals schon beeindruckt von seiner schönen Lage unweit der Moldau und des Schlosses Troja. Da wird sich ja inzwischen viel verändert haben. Vielleicht werde ich ihn mir noch einmal ansehen, wenn ich das nächste Mal Prag besuche. Den unweit gelegenen ‚Japanischen Garten‘, eigentlich den ganzen Botanischen Garten, habe ich sowieso schon auf meiner Wunschliste der in Prag noch zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten.“

St.-Bartholomäus-Kathedrale in Pilsen | Foto: Miloš Turek,  Radio Prague International
Nicht nur Prag und seine Gärten haben die Aufmerksamkeit von Herrn Urbanczyk geweckt. Er bedankt sich auch für die Beiträge über Pilsen, die Europäische Kulturhauptstadt in diesem Jahr.

„Es ist für mich interessant zu lernen, was diese Stadt in kultureller Hinsicht zu bieten hat. Zwei Sehenswürdigkeiten habe ich noch von früheren Berichten behalten: die St.-Bartholomäus-Kathedrale mit dem höchsten Kirchenturm Tschechiens und der Marktplatz im Zentrum der Stadt, welcher einer der größten Marktplätze Europas sein soll. Ich bin mir sicher, ich werde in Ihren Sendungen noch viel mehr über diese Stadt im Schatten der bekannten Bierbrauerei erfahren.“

Gottfried Lindauer: Wahanui Reihana Te Huatare  (Foto: Archiv von Auckland Art Gallery)
Das können wir Ihnen versprechen, Herr Urbanczyk. Pilsen hat im laufenden Jahr noch Vieles zu bieten, und Radio Prag wird darüber berichten. Und Pilsen noch einmal, in einem Zitat aus einem Brief von Fritz Andorf aus Meckenheim:

„Am 7. Mai wurde über viele kulturelle Veranstaltungen in Pilsen und Bayern berichtet. Da ärgere ich mich fast, dass ich so weit weg wohne. Den Bildern des Malers Gottfried Lindauer (dem Namen nach vielleicht ein Deutschstämmiger) bin ich sicherlich während meiner Reise durch Neuseeland vor einigen Jahren begegnet (damals war ich auch bei den Maoris), ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern.“

Dazu eine kleine Anmerkung: Gottfried Lindauer ist in einer tschechischen Familie zur Welt gekommen und wurde Bohumír getauft. Den deutschen Namen Gottfried (die beiden Namen haben übrigens die gleiche Bedeutung) nahm er erst während seiner Studienjahre an der Kunstakademie in Wien an. Er hoffte, sich als deutsch klingender Maler besser durchsetzen zu können.

Further Drache  (Foto: Martina Schneibergová)
Und Pilsen zum Dritten: Auch Achim Kissel hat die Kulturhauptstadt in seinem Brief erwähnt. Er erinnert an den „Besuch“ des Drachens aus dem bayerischen Grenzort Furth:

„Sehr erfreulich finde ich, dass Pilsen sein Kulturfest grenzüberschreitend feiert. Lange genug hat der Eiserne Vorhang den Austausch zwischen den Nachbar-Regionen behindert. Schließlich gab es in früheren Jahrhunderten schon Kontakte durch bekannte Handelswege wie den ‚Goldenen Steig‘. Jetzt kann man sagen, dass die alten Kontakte neu geknüpft werden.“

Die Sendung am 1. Mai hat auch Joachim Thiel aus Wuppertal gehört:

Foto: Stuart Miles,  FreeDigitalPhotos.net
„Vielen Dank auch wieder einmal für die heutige Sendung. Jeder, der nicht persönlich an diesen Festivitäten teilnehmen kann, hat so einen ausführlichen Eindruck über die Aktivitäten erhalten, die in Pilsen vorgesehen sind.“

Und das war’s für heute. Wir bedanken uns für alle Zuschriften, bitte schreiben Sie uns weiter. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Und für die elektronische Post: [email protected]. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!