Tschechiens Fußball-Junioren ernten viel Lob trotz verpassten EM-Titels
Die tschechische Fußball-Juniorenauswahl bis 19 Jahre ist Vize-Europameister. Im Finale der diesjährigen U 19-Europameisterschaft verloren die Schützlinge von Trainer Jaroslav Hřebík zwar gegen den Turnierfavoriten Spanien, doch mit ihrer Spielweise hat die tschechische Nachwuchself während des gesamten Turniers begeistert. Und sie hat für einen kräftigen Lichtblick im ansonsten oft gescholtenen Fußball des Moldaulandes gesorgt.
In den Annalen der Welt- und Europameisterschaften für Nachwuchsmannschaften aber wird man das so leider nicht wiederfinden. Darin ist jetzt vielmehr vermerkt, dass der tschechische Fußball bei insgesamt acht Finalteilnahmen nur einmal erfolgreich blieb – im Jahr 2002, als die damalige U 21-Auswahl den EM-Titel in dieser Altersklasse in der Schweiz gewann. Die Spanier hingegen haben den Siegerpokal im Wettbewerb der 19-Jährigen schon fünfmal in Empfang genommen. Für Trainer Hřebík war das jedoch kein Grund, nun über seinen Schützlingen den Stab zu brechen. Im Gegenteil:
„Wir haben gegen die Spanier so gespielt, dass wir noch bis fünf Minuten vor dem Schlusspfiff vor dem Sieg standen. Die Spanier waren bereits nervös und unsicher, ob sie überhaupt noch ausgleichen können. Wir haben das sechste Spiel innerhalb von 16 Tagen bestritten. Das ist etwas ganz Unglaubliches. Meine Spieler sind einfach phantastisch. Jetzt aber weinen sie in der Kabine, denn leider haben wir verloren.“Dennoch, der Gewinn der EM-Silbermedaille der U 19-Auswahl krönt ein für den tschechischen Fußballnachwuchs recht erfolgreiches Jahr. Vor den Kickern um Kapitän Jakub Brabec und Torjäger Tomáš Přikryl brachte die U 21-Mannschaft von der Endrunde in Dänemark EM-Bronze mit nach Hause, und das junge U 17-Team hatte sich immerhin für die WM-Endrunde in Mexiko qualifiziert. Sehr erfreut darüber ist vor allem der Chef für den Nachwuchsbereich beim nationalen Fußballverband (FA ČR), Dušan Fitzel. Trotzdem betont er:
„Alle Trainer, die wir für die jeweiligen Nationalmannschaften haben, sind der Meinung, dass wir einen aktiven Spielstil interpretieren wollen, denn das verlangt der moderne Fußball in Europa. Wenn wir uns qualitativ verbessern und mit den erfolgreichsten Mannschaften Schritt halten wollen, dann ist das der einzige Weg, der existiert.“
Und für die jungen Tschechen, denen nach vier eindrucksvollen Siegen im Turnierverlauf der ganz große Coup letztlich verwehrt blieb, fand der ehemalige Fußballer Luděk Zelenka dann auch noch ein paar tröstende Worte:„Jetzt überwiegt bei ihnen sicher die Traurigkeit, dass sie den letzten Schritt nicht vollzogen haben. Aber nach einiger Zeit werden sie begreifen, dass das ein phantastischer Erfolg war und dass sie einen riesigen Sprung nach vorn in ihrer Karriere gemacht haben. Auch die traurige Emotion gehört zum Fußball, doch die Erfahrungen, die sie jetzt gesammelt haben, sind sehr wertvoll. Das wird sie in der Karriere bestimmt voranbringen.“