Nicht nur eingemauerte Fotos: Ausstellung zum 60. Jubiläum von Israel
Einwanderer in den Transitlagern zur Zeit der Gründung Israels, betende Juden vor der Klagemauer, die Landschaft um Betlehem: Dies sind nur einige der Fotografien, die im Prager Palais Nostitz zu sehen sind. Die Fotoausstellung mit dem Titel „Israel mit den Objektiven von drei Fotografengenerationen“ wurde am Dienstag anlässlich des 60. Gründungstags von Israel im Prager Kultusministerium eröffnet.
Die Ausstellung zeigt Fotos aus Israel, die drei Fotografen in drei verschiedenen Zeitepochen seit der Entstehung des Staates Israel gemacht haben. Für den israelischen Botschafter in Tschechien Jaakov Levy bietet die Ausstellung auch einen Blick auf die Geschichte seiner Familie:
„Die 80 Fotografien, die hier ausgestellt sind, schaffen einen Eindruck, der für das Menschenauge vielleicht zu viel ist. Als ich mir sie anschaute, sprach mich die Unterschiedlichkeit der Gesichter der israelischen Bewohner am stärksten an. In das Land bin ich als Kind mit der ersten Emigrantenwelle gekommen, als der neue Staat gegründet wurde. Meine Familie erlebte sowohl schlechte Zeiten, die auf einigen Fotos dokumentiert sind, als auch die Begeisterung, die den Aufbau einer neuen Heimat für das jüdische Volk begleitet hat.“
Die Premiere hatte die Ausstellung bereits in der Großen Synagoge in Pilsen. In Prag wird etwa ein Drittel der dort ausgestellten Fotos gezeigt. Kurator Radovan Kodera zufolge bemühten sich die Veranstalter darum, dass auch in Prag alle Aspekte enthalten sind, die die ursprüngliche Ausstellung umfasste:
„Der älteste Teil ist durch Fotos von Benno Rothenberg, dem heute 94jährigen israelischen Fotografen, vertreten, der sich mit der Fotoreportage in den 40er Jahren befasste. Fotografien, die die 60er Jahre in Israel dokumentieren, sind ein Werk der namhaften slowakischen Fotografin Magdaléna Robinsonová. Die Aufnahmen hatten ein beachtenswertes Schicksal: Sie sollten Ende der 60er Jahre gemeinsam mit Begleittexten von Schriftsteller Arnošt Lustig in der Tschechoslowakei als Buch erscheinen. Nachdem Lustig nach der sowjetischen Invasion in die Tschechoslowakei emigriert war, hat der Bruder des tschechischen Schriftstellers Ota Pavel, die Fotos samt Texten in seinem Wochenendhaus eingemauert. Lustig nannte diese Fotos später ´Eingemauerte Fotos´, und sie konnten unter diesem Titel erst nach der Wende in einem gleichnamigen Buch in der Slowakei herausgegeben werden.“
Im dritten Teil der Ausstellung findet man Fotos aus dem gegenwärtigen Israel, die der bekannte tschechische Fotoreporter Karel Cudlín in 90er Jahren gemacht hat. Die Fotos aus Israel kann man täglich von 10 bis 18 Uhr bis Ende Januar 2009 im Palais Nostitz in Prag besichtigen.







