Sobotka warnt vor Gleichgültigkeit gegenüber Antisemitismus in der Welt

Senatspräsident Premysl Sobotka

Ihre Unterstützung für das jüdische Volk und den Staat Israel haben etwa 300 Teilnehmer der Versammlung gegen Antisemitismus demonstriert, die am vergangenen Sonntagnachmittag vor dem Senatsgebäude im Waldstein-Garten in Prag stattfand.

Senatspräsident Premysl Sobotka
Mit einem Gebet für die sechs Millionen ermordeten Juden wurde die Versammlung am Tag der Shoah - also Yom ha-Shoah - eröffnet. In seiner Rede erinnerte Senatspräsident Premysl Sobotka daran, dass der Antisemitismus weltweit nicht nur in der Ideologie der Neonazis und in den Vorurteilen von weniger gebildeten Menschen überlebt hat.

"Er ist ein Bestandteil der massiven destruktiven Kraft, die unsere Zivilisation immer mehr gefährdet. Als die Auschwitz-Lüge vor einiger Zeit sogar zur Ikone einer internationalen pseudowissenschaftlichen Konferenz in Teheran gemacht wurde, hat der tschechische Senat auf meine Initiative sofort mit einer Protestnote reagiert. Es ist nicht gut, die Augen vor Hasstiraden zu schließen, nur weil sie weit von uns entfernt ertönen. Aus der Geschichte kennen wir viele Beispiele, wie sich die Politik der Passivität auf tragische Weise nicht gelohnt hat."

Arie Arazi
Auf historische Erfahrungen wies in seiner Rede auch Tomas Sandell hin. Der finnische Journalist gründete vor etwa drei Jahren in Brüssel eine Europäische Initiative für Israel, mit dem Ziel, den in Europa wachsenden Antisemitismus anzukämpfen. In Prag stellte er das jüngste Projekt dieser christlich orientierten Gruppierung vor.

"Aus der Geschichte zu lernen - heißt das Bildungsprojekt, das sich vor allem an verschiedene Kirchengemeinden in Europa wendet. Es wurde inzwischen in 25 Ländern gestartet, in denen sich ihm sowohl Protestanten als auch Katholiken und Orthodoxe angeschlossen haben. Eine der Anregungen für unsere Initiative war der angekündigte Besuch von Ahmadinedschad zur Fußball-WM in Deutschland. Wir haben unter anderem in der FAZ dagegen protestiert. Wir müssen uns gegen Antisemitismus jeder Art äußern, als Europäer und als Christen."

Tomas Sandell
Die Versammlung wurde bereits zum vierten Mal von der tschechischen Zweigstelle der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) in Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen organisiert. Unter den Teilnehmern war auch der israelische Botschafter in Tschechien, Arie Arazi:

"Ich war überrascht, wie viele Organisationen daran teilnehmen. Sie vertreten dieselbe Meinung über den radikalen Islamismus und sie sind sich einig, wie man gegen den Antisemitismus kämpfen soll. Aus diesem Aspekt war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Ich muss die Worte unseres Premierministers wiederholen: Tschechien ist das Israel-freundlichste Land der Welt."

Fotos: Autorin