Drei Urkunden aus dem Dreißigjährigen Krieg kehren aus Bayern nach Prag zurück
Nach mehr als 80 Jahren sind drei Dokumente aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Prag zurückgekehrt. Sie wurden während des Zweiten Weltkriegs aus Tschechien verschleppt und gelangten nach Deutschland und Österreich.
Die zwei Briefe und ein Schutzbrief aus dem Dreißigjährigen Krieg wurden während des Zweiten Weltkriegs aus Prag weggebracht. Das Prager Stadtarchiv sollte damals in ein deutsches Institut umgewandelt werden. Im Rahmen dessen mussten von 1942 bis 1943 etwa 100 wertvolle Dokumente, die sich auf das Gebiet des damaligen Reichs bezogen, die tschechische Hauptstadt verlassen. Im vergangenen Jahr wurden drei davon im Rahmen einer Restitutionsrecherche im Staatsarchiv Amberg, im Landesarchiv Baden-Württemberg und im Archiv der Adelsfamilie Fugger wiederentdeckt. Nach einer Untersuchung wurden sie nun auf Initiative der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns nach Prag zurückgegeben.
Die erste der Urkunden ist ein Brief von Johann Albrecht, Graf zu Solms-Braunfels, an Christian I., Fürst von Anhalt-Bernburg, vom 16. August 1619. In dem Schreiben geht es um diplomatische Aktivitäten im Zusammenhang mit der Wahl des Kaisers. In dem zweiten Brief vom 3. März 1632, gesandt vom Kurfürsten Maximilian von Bayern an Hans Fugger, wird die für den anstehenden Krieg erforderliche Bewaffnung detailliert beschrieben. Das dritte Dokument ist ein Schutzbrief des kaiserlichen Feldmarschalls Johann, Graf von Aldringen, vom 28. November 1633. Er sollte die Beschlagnahmung der Getreidevorräte des Franziskanerklosters in Villingen verhindern.
Der Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (Bürgerdemokraten) übernahm die Dokumente am Montag. „Ich freue mich sehr, dass wir diese wertvollen Dokumente an ihren ursprünglichen Ort zurückbringen und sie Experten zum Studium zur Verfügung stellen können“, sagte Svoboda. Die Urkunden werden nun in die Sammlungen des Prager Stadtarchivs aufgenommen und nach einer Untersuchung durch Fachleute der Öffentlichkeit vorgestellt.







