Immer weniger Lebensraum für Wachtelkönig im Riesengebirge

Der elegante hellbraune Wachtelkönig im Riesengebirge

Noch lässt sich der Ruf des Wachtelkönigs auf den Bergwiesen im Riesengebirge vernehmen. Doch häufige Mäharbeiten schränken den Lebensraum des Vogels immer weiter ein.

Sein charakteristischer Ruf hat dem Wachtelkönig den lateinischen Namen Crex crex gegeben. Der elegante hellbraune Vogel ist ein typischer Bewohner des Riesengebirges. Doch die Zahl der dort lebenden Exemplare ist anhaltend niedrig und die gesamte Art stark vom Aussterben bedroht. Die Vögel leben gern in feuchten, hochbewachsenen Bergwiesen, und von diesen gibt es im Riesengebirge immer weniger. Die Zoologin Karolina Mikslová arbeitet für die Nationalparkverwaltung KRNAP:

„Ein Wachtelkönig braucht zum Leben zwei bis drei Hektar ungemähte Wiese. Ideal sind aber fünf Hektar für einen Vogel. Wenn die Heuernte fortschreitet, muss auch der Wachtelkönig weiterwandern, und so wird sein Lebensraum immer kleiner.“

Sněžné domky im Riesengebirge | Foto: Miroslav Hruban,  Tschechischer Rundfunk

Häufige Mäharbeiten sind einer der Hauptgründe, warum es inzwischen nur noch wenige Wachtelkönige im Riesengebirge gibt. Die regelmäßig bearbeiteten Wiesen halten auch immer weniger Wasser im Boden. Das KRNAP-Team beobachtet die Population vor Ort seit 1997. Die Zählung der Vögel geschieht durch die Beringung der Tiere sowie anhand der Rufe, die die Männchen abends abgeben. Mikslová berichtet:

„Auf der tschechischen Seite des Riesengebirges schätzen wir die derzeitige Zahl auf nur 25 bis 30 rufende Männchen. Nach dem vergangenen Jahr, als wir 17 registriert haben, ist dies zwar ein Erfolg. Er ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir langfristig einen dramatischen Rückgang dieser stark bedrohten Tiere beobachten. Vor knapp 30 Jahren erreichte ihre Population noch bis zu 130 rufende Männchen.“

Zu Beginn der Aufzeichnungen 1997 wurden 63 männliche Exemplare gezählt. Am höchsten war ihre Zahl mit 135 im Jahr 2003. In den vergangenen drei Jahren bewegt sich ihr Vorkommen nur noch zwischen 17 und 40 rufenden Männchen. Aktuell gibt es laut Mikslová die besten Lebensbedingungen in den Gegenden von Vítkovice und Horní Albeřice.

Die Vögel leben von April bis September im Riesengebirge und verbringen den Winter in Afrika. Bis Ende Juli ist ihr abendlicher Ruf am häufigsten zu hören. Darum bittet die Nationalparkverwaltung die Besucher des Riesengebirges, bei der Zählung der Wachtelkönige mitzuhelfen. Wer diesen Vogel hört oder sogar sieht, möge dies per E-Mail melden: [email protected].

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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