Staat übernimmt „Roten Turm des Todes“: Museum soll an Zwangsarbeit politischer Gefangener erinnern
Das tschechische Nationale Denkmalschutzinstitut (NPÚ) hat den Roten Turm des Todes in Ostrov am Fuße des Erzgebirges übernommen. Ein Museum soll dort künftig an die politischen Gefangenen des kommunistischen Regimes erinnern.
Der sogenannte Rote Turm des Todes (Rudá věž smrti) ist eine ehemalige Anlage zum Zerkleinern und Sortieren von Uranerz. Dort wurde Material verarbeitet, das in den Urangruben von Jáchymov gefördert wurde. Von 1951 bis 1956 war der Turm Teil des Strafgefangenenlagers Vykmanov II. Politische Gefangene – also Widerstandskämpfer aus dem Zweiten Weltkrieg, katholische Priester und Intellektuelle, die als die größte Bedrohung für das kommunistische Regime galten – arbeiteten dort unter unmenschlichen Bedingungen. In zwei Baracken waren 150 Häftlinge untergebracht. Viele von ihnen haben den Einsatz, bei dem sie auch den radioaktiven Staub einatmeten, nicht überlebt.
Als Leidenssymbol war der Turm bisher im Besitz der tschechischen Konföderation der politischen Gefangenen (KPV). Da diese jedoch in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, übernahm nun der Staat nach einem komplizierten Verfahren das verschuldete Anwesen. Nach den notwendigen Reparaturen soll das Nationalmuseum dort eine würdige Ausstellung zum Gedenken an diese tragische Periode der tschechoslowakischen Geschichte errichten. Der Turm könnte vielleicht schon im nächsten Frühjahr in begrenztem Umfang für Besucher geöffnet werden, sagte die Direktorin des Nationalen Denkmalschutzinstituts, Naďa Goryczková, anlässlich des feierlichen Akts der Übernahme des Roten Turms des Todes in der vergangenen Woche.
Der Turm aus roten Ziegeln ist seit 2009 nationales Kulturdenkmal und seit 2019 auch Teil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří des UNESCO-Welterbes.







