Retter der Schlangen: Naturschützer kümmern sich um Äskulapnattern in südmährischem Vogelpark

Sie ist die längste und die seltenste Schlangenart in Tschechien: die Äskulapnatter. Nur an wenigen Orten hierzulande sind Vorkommen dieses ungiftigen Tieres bekannt. Die jüngste Kolonie besteht im Vogelpark Kosteliska in Südmähren. 2022 wurde sie entdeckt und in diesem Jahr ins tschechische Rettungsprogramm für Äskulapnattern aufgenommen. Seitdem erforschen Naturschützer vor Ort diese Schlangen und ihren Lebensraum.

Zdeněk Harca sucht im Vogelpark Kosteliska nach den Äskulapnattern…

„Hier ist der Ort, an dem am meisten Exemplare von ihr gefunden wurden. Unter herabgefallenen Ästen und im Unterholz herrscht das ideale Mikroklima für diese Schlangen. Hierher kehren sie gerne zurück“, sagt der Naturschützer.

Er hebt eine der schwarzen Planen an, die von Mitarbeitern der Tschechischen Ornithologischen Gesellschaft hier ausgelegt wurden. Die Planen sollen den Äskulapnattern helfen, diese Schlangen mögen es nämlich gerne warm. Der Vogelpark ist übrigens relativ jung, er wurde erst 2020 am Ufer des Baches Kyjovka in Südmähren angelegt und wächst weiter. Dafür kauft die Ornithologische Gesellschaft nach und nach Grundstücke auf.

Vor drei Jahren wurden hier erstmals Äskulapnattern entdeckt. Deswegen wurde der Vogelpark nun ins landesweite Rettungsprogramm für diese Schlangen aufgenommen. Und die Naturschützer dokumentieren ihren Bestand.

„Die einzelnen Exemplare fotografieren wir zunächst – und zwar den Kopf. Denn jede Schlange hat dort eine einzigartige Schuppenanordnung. Dann versuchen wir, die Länge zu messen. Unsere Rekordträger sind drei Nattern, die wir innerhalb einer Woche in diesem Jahr gefangen haben. Sie waren jeweils 1,60 Meter lang“, erläutert Ondřej Ryška vom Monitoringprogramm für Äskulapnattern.

Bis zur Entdeckung dieser Schlangen in dem Vogelpark gab es in Tschechien nur vier Orte, an denen ihr Vorkommen bekannt war. Drei davon liegen in Süd- und Ostmähren, sie gelten als nördliche Ausläufer des österreichischen Verbreitungsgebiets. Dann besteht noch eine isolierte Population im Norden des Duppauer Gebirges, also in Nordwestböhmen.

Schild,  das auf das Vorkommen der Baumschlange im Duppauer Gebirge hinweist | Foto: Jana Strejčková,  Tschechischer Rundfunk

Im Vogelpark Kosteliska kümmert sich die südböhmische Zweigstelle der Ornithologischen Gesellschaft um den Schutz der Äskulapnattern. Laut Geschäftsführer Gašpar Čamlík geht es dabei auch darum, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass die Schlangen trotz ihrer Größe völlig harmlos für Menschen und größere Tiere seien:

„Wir bemühen uns, die Gefährdung dieser Schlangen einzustufen und Maßnahmen einzuführen, damit sie nicht getötet werden. Dafür haben wir ein größeres Gebiet als zuvor in Augenschein genommen. Zudem verhandeln wir gerade darüber, neue Nistplätze für diese Tiere in weiteren Teilen des Vogelparks zu gestalten.“

Herumstreunende Katzen können für Äskulapnattern gefährlich sein, aber auch Rasenmäher oder natürlich Straßen mit ihrem Autoverkehr. Die Schlangen sind am ehesten an ihrem gelblichen bis weißlichen Bauch zu erkennen. Ansonsten variiert ihr Schuppenkleid zwischen bräunlich, olivgrün und braunschwarz. Für die zahlreichen Vogelarten vor Ort ist die Äskulapnatter keine sonderliche Bedrohung. Sie raubt zwar auch deren Nester aus, doch viel häufiger stehen Mäuse auf ihrem Speiseplan.

Autoren: Till Janzer , Hana Novotná | Quelle: Český rozhlas
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