Vor 30 Jahren wurden die brutalen „Orlík-Morde“ bekannt
Am 4. Oktober 1995 hat die Polizei erstmals über den Fund von Leichen in Fässern auf dem Boden des Orlík-Stausees berichtet. Der Fall schockierte ganz Tschechien.
1995 deckte die tschechische Polizei eine Serie brutaler Morde auf, zu denen es in der ersten Hälfte der 1990er Jahre gekommen war. Eine Gruppe von fünf Tätern, angeführt vom ehemaligen Polizeibeamten Karel Kopáč, tötete, um an Geld und Erbstücke heranzukommen. Die Leichen der Opfer wurden in Fässern mit einer Lauge aufgelöst, die Fässer zugeschweißt und im Orlík-Stausee versenkt.
Der erste Beweis wurde am 14. Juli 1995 entdeckt, als Taucher ein Fass mit menschlichen Überresten fanden. Danach folgten Verhaftungen und Verhöre. Es gab mindestens fünf Opfer, darunter ein Geschäftsmann, ein Antiquitätensammler, ein Ausländer und sogar die Mutter eines der Täter. Die Öffentlichkeit erfuhr erst im Oktober von dem Fall.
Der brutalste unter den Tätern war Ludvík Černý, der seine Opfer in den Hinterkopf schoss. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Kopáč, der nach einem Unfall im Rollstuhl saß, wurde zu einem wichtigen Zeugen und beging später im Gefängnis Selbstmord. Der Fall ging wegen seiner Brutalität in die Geschichte ein, aber auch wegen der Art und Weise, wie die Leichen entsorgt wurden, die zu dieser Zeit in Europa beispiellos war.







