Tschechen geben Waffen wegen Amnestie ab – inklusive Raritäten wie Volkssturmgewehr VG-45

Die Bürger können illegale Waffen abgeben oder sie legalisieren lassen, falls sie den Vorschriften entsprechen. Das ist das Prinzip der Waffenamnestie, die in Tschechien seit Anfang des Jahres läuft.

Foto: Jitka Cibulová Vokatá,  Tschechischer Rundfunk

Im ersten Monat der Waffenamnestie übernahm die Polizei 787 Schusswaffen, 20.000 Stück Munition, 144 Patronen und 53 Gramm Sprengstoff von Privatpersonen. Darunter befanden sich laut Polizeisprecherin Irena Brodská echte Raritäten:

VG-45-Gewehr | Foto: Jitka Cibulová Vokatá,  Tschechischer Rundfunk

„Im Rahmen der Waffenamnestie sind auch interessante Gegenstände aufgetaucht, wie beispielsweise ein einzigartiges deutsches VG-45-Gewehr im Wert von einer Million Kronen. Ebenfalls wurde ein französisches Maschinengewehr der Marke Hotchkiss aus der Nachkriegszeit abgegeben.“

„Den Šakala“  (Der Schakal),  1973 | Foto: Universal Pictures

Das Volkssturmgewehr VG-45 war ein einfaches Selbstladegewehr im Kaliber 7,92 × 33 mm, das von der deutschen Wehrmacht in der Endphase des Zweiten Weltkrieges zur Ausrüstung des Volkssturmes beschafft wurden. In Tschechien gibt es derzeit nur zwei bekannte Exemplare davon. Abgegeben wurde zudem eine in Deutschland hergestellte Erma-EMP-Maschinenpistole, die von 1925 bis 1940 produziert und von Polizeikräften und Spezialeinheiten benutzt wurde. Außerdem wurden aber etwa eine Nachbildung der Waffe aus dem Film „Der Schakal“ sowie zwei selbstgebaute Waffen zur Sammelstelle gebracht.

Foto: Policie ČR

Polizeibeamte warnen jedoch davor, Munition und Sprengstoff selbst zur Polizei zu bringen: „Schon allein die Handhabung und der Transport können eine Explosion auslösen. Sollten Sie einen solchen Gegenstand finden, rufen Sie die Polizeinummer 158 an. Die Bombenentschärfungsexperten kümmern sich dann darum“, so die Polizei.

Foto:  Policie ČR

Die abgegebenen Waffen und Munition werden anschließend von Experten untersucht. Diese prüfen, ob die jeweilige Waffe zur Begehung einer Straftat verwendet wurde. Ist dies nicht der Fall, kann der Besitzer innerhalb von sechs Monaten die erforderlichen Dokumente beantragen, die ihm den Besitz der Waffe erlauben.

Die Aktion läuft bis Ende Juni. In Tschechien wurde vor diesem Jahr bereits fünfmal eine Waffenamnestie ausgerufen, zuletzt 2021.