Eine Legende geht: Letztes Olympia-Rennen von Eisschnellläuferin Sáblíková

Martina Sáblíková

Martina Sáblíková hat Tschechien zur Eisschnelllaufnation gemacht. Und sie ist die insgesamt erfolgreichste Sportlerin des Landes bei den Olympischen Winterspielen. Am Donnerstag bestritt die 38-Jährige ihr letztes olympisches Rennen.

Martina Sáblíková | Foto: Michal Kamaryt,  ČTK

Mit großem Applaus wurde Martina Sáblíková am Donnerstag im Olympia-Stadion von Mailand vor dem 5000-Meter-Rennen begrüßt. Für die dreimalige Olympiasiegerin und 21-malige Weltmeisterin war es ihr letzter Auftritt bei den Spielen. Und dies auf den Tag genau 20 Jahre nach ihrem ersten Olympia-Start 2006 in Turin. Allerdings hatte sich der tschechische Sportstar kurz nach der Ankunft in Mailand eine Virusinfektion eingefangen. Obwohl sie wusste, dass sie nach der Krankheit kaum die Chance auf ein glänzendes Ergebnis hatte, wollte sie sich ihre letzte Olympia-Teilnahme nicht entgehen lassen. Nach dem Rennen sagte die tief gerührte Sáblíková im Tschechischen Rundfunk:

„Es war vermutlich das schwerste Rennen in meinem Leben. Andererseits waren das die schönsten zwölf Runden, die ich je erlebt habe.“

Martina Sáblíková mit ihrem Trainer Petr Novák | Foto: Henk Jan Dijks,  MTB-Photo / Shutterstock Editorial / Profimedia

Ihr Trainer Petr Novák durchlebte das Rennen zusammen mit seinem Schützling:

„Martina waren die Tränen schon geflossen, als sie sich vor dem Rennen aufwärmte. Das waren die Emotionen. Mir gefiel, dass sie vor dem Rennen auf dem Eis zu mir kam und mich umarmte.“

Martina Sáblíková sagte, sie habe vor dem Rennen versucht, nicht an den Moment des Abschieds zu denken, es sei jedoch sehr schwer gewesen.

„Als ich hinunter in den Tunnel im Stadion gehen wollte, bin ich stehengeblieben. Ich habe mir gedacht: Ich gehe da nicht hin. Denn ich wusste, dass es das letzte Mal sein wird. Hinzu kam noch, was ich in den letzten Tagen durchgemacht habe. Aber dann habe ich plötzlich die unheimlich große Unterstützung aus dem Stadion gespürt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals so etwas erleben werde.“

Sáblíková hat in ihrer Karriere insgesamt sieben Olympia-Medaillen gewonnen. Ihre Erkrankung brachte sie in Mailand aber um die Chance auf das achte Edelmetall. Wegen Atemproblemen sagte sie die Teilnahme am 3000-Meter-Rennen ab. Aber auch beim 5000-Meter-Rennen war sie bei weitem nicht in Topform.

Martina Sáblíková | Foto: Guglielmo Mangiapane,  Reuters

„Ich bin das Rennen so angegangen, als ob ich vorher nicht krank gewesen wäre. Das hat sich dann in der dritten Runde gerächt. Aber ich wusste, dass ich nicht aufgeben darf, dass ich einfach ans Ziel kommen will, obwohl ich in den letzten zwölf Runden meiner Karriere furchtbar gelitten habe. Ich habe mir gewünscht, dass es endlich vorbei sein möge. Obwohl ich langsamer und langsamer wurde, spürte ich jedoch in jeder Runde die starke Unterstützung im Stadion. Das wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Einen besseren Abschied hätte ich mir kaum wünschen können.“

Martina Sáblíková ist eigentlich auch noch für das 1500-Meter Rennen in Mailand qualifiziert. Doch sie erklärte, dass sie sich eine Teilnahme daran nicht vorstellen könne.

„Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so etwas erleben und genießen konnte. Das kann mir niemand mehr nehmen, und ich werde den Rest meines Lebens davon zehren.“

Martina Sáblíková | Foto: Yves Herman,  Reuters

 

Autoren: Martina Schneibergová , Adam Kodet | Quelle: Český rozhlas
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