Speerwurf-Weltrekord aus Jena: Jan Železnýs Bestmarke besteht seit 30 Jahren
Der Tscheche Jan Železný schleuderte am 25. Mai 1996 bei einem Leichtathletik-Meeting in Jena den Speer auf 98,48 Meter. Bis jetzt wurde der Weltrekord nicht überboten. Damit ist es eine der Bestmarken in der Leichtathletik, die am längsten Bestand hat.
Der Speerwurf ist eine jener Disziplinen, die in der tschechischen Leichtathletik eine lange Tradition haben. Die größte Persönlichkeit hierzulande in diesem Bereich war und ist Jan Železný, auch wenn er selbst nicht mehr aktiv ist. Dreimal holte er die Olympia-Goldmedaille und gehört damit auch weltweit zu den Sportlegenden.
Am 25. Mai 1996 fuhr Železný mit dem Auto nach Jena, zu einem kleineren Leichtathletik-Meeting. Mit dabei waren neben seinen Speeren auch die Ehefrau und die beiden kleinen Kinder. Eigentlich wollte der 30-jährige Sportler damals nur seine Form testen.
Mit der Familie als Zeugin
Doch die Wettkampfbedingungen an dem Tag waren ideal: ein spätfrühlingshaft warmer Vorabend und ein leichter Wind von hinten. Železný lief an und schleuderte seinen gelben Speer mit großer Wucht nach vorne. Das Fluggerät stieg in einer optimalen Kurve nach oben – und als sich der Speer in den grünen Rasen des Stadions bohrte, riss der Tscheche beide Hände hoch über den Kopf. Auf der Anzeigentafel tauchte die Weite auf: 98,48 Meter. Neuer Weltrekord. Das kleine Stadion rastete aus, und Železnýs Familie wurde Zeugin eines sporthistorischen Ereignisses.
Jan Železný war damals in überragender Form und erreichte regelmäßig Weiten von über 90 Metern. Dennoch erstaunte sein Rekordwurf auch die Fachwelt. Denn 1986 war ein schwerer Speer eingeführt worden, der nicht mehr so weit wie davor flog. Eine Annäherung an die 100-Meter-Grenze hielten viele für praktisch ausgeschlossen.
Keine Annäherung bis zu Johannes Vetter
Železnýs damalige große Gegner wie zum Beispiel der Finne Seppo Räty oder der Brite Steve Backley kamen dessen Bestleistung nicht sonderlich nahe. Erst 2020 erreichte Johannes Vetter aus Dresden die Weite von 97,76 Metern und blieb nicht einmal einen Meter unter dem Weltrekord.
Selbst begründete der tschechische Leichtathlet seinen Rekordwurf mit einem perfekten Zusammenspiel von Technik, Geschwindigkeit im Anlauf und Koordination. Obwohl Jan Železný noch einmal Olympiasieger und Weltmeister wurde, konnte er auch selbst seine Bestleistung nicht mehr überbieten. Dahinein spielten auch Probleme mit dem Rücken. Seine aktive Karriere beendete er 2006 im Alter von 40 Jahren. Doch seinem Sport ist Železný treu geblieben, heute arbeitet er als Trainer.







