Ohne staatliche Hilfe nicht möglich: Das Filmfestival in Karlsbad und die steigenden Kosten
Der westböhmische Kurort Karlovy Vary / Karlsbad ist für einige Tage wieder zum Kulturzentrum Tschechiens geworden. Denn das Internationale Filmfestival läuft dort auf vollen Touren. Allerdings ist es nicht billig, ein solch renommiertes Filmfestival zu organisieren.
Über 130 Filmvorstellungen stehen auf dem Programm des Filmfestivals in Karlsbad. Der Großteil der Produktionen, die am Wettbewerb teilnehmen, erlebt dabei in Tschechien ihre weltweite oder europäische Premiere. In der Kurstadt treffen zudem internationale Filmstars, Produzenten sowie Musiker zusammen. All das erfordert ein entsprechendes Budget für das Filmfestival. Und dieses steigt kontinuierlich an. Während vor 14 Jahren noch 135 Millionen Kronen (5,4 Millionen Euro) reichten, brauchten die Veranstalter in diesem Jahr schon 250 Millionen Kronen (10 Millionen Euro), um die Veranstaltung zu organisieren.
Es sei immer anspruchsvoller, ein A-Festival zu veranstalten, sagte Kryštof Mucha in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Er ist Exekutivdirektor des Festivals:
„Alle wissen das. In den vergangenen drei, vier Jahren ist alles teurer geworden. Unser Budget ist wegen der Unterkunft und der Flugtickets für die Teilnehmer rasant angewachsen. Alles kostet ungeheuer viel. Unsere Partner können ihre finanzielle Unterstützung nicht sofort aufstocken. Das müssen wir bewältigen.“
Neben Sponsoren tragen laut Mucha auch die Stadt und der Kreis Karlsbad sowie das Kulturministerium zur Finanzierung des Festivals bei. Aus diesen Geldern werden ungefähr 30 Prozent der Kosten gedeckt. Kulturminister Martin Baxa (Bürgerdemokraten) sagt, die Zuwendungen seines Ressorts seien erhöht worden:
„Ich habe entschieden, dass jeder der nächsten drei Festivaljahrgänge 47 Millionen Kronen (1,9 Millionen Euro, Anm. d. Red.) an Unterstützung erhält. Ich denke, das Geld für die Präsentation der tschechischen Kultur und tschechischer Filme in Karlsbad ist sehr gut investiert. Dadurch wird Tschechien auf der kulturellen Landkarte sichtbar.“
Und Baxa ergänzte, er habe keine Angst um die Zukunft des Festivals:
„Ich befürchte nicht, dass sich die Partner etwa vom Festival abkehren oder über ihre weitere Unterstützung für die Veranstaltung nachdenken müssen. Ich halte es für wichtig, dass der Staat das Filmfest mit einer großen Geldsumme unterstützt.“
Die Finanzierung des Festivals trägt laut Baxa zudem auch dazu bei, dass sich die tschechische Kinoproduktion weiterentwickelt.
Und wie steht es derzeit um die tschechische Filmindustrie? Im vergangenen Jahr gaben in- und ausländische Firmen insgesamt 10 Milliarden Kronen (400 Millionen Euro) aus, um audiovisuelle Werke in Tschechien zu produzieren. Das waren 3,5 Milliarden Kronen (142 Millionen Euro) weniger als 2023. Vor allem wurden hierzulande nicht mehr so viele ausländische Serien gedreht, hingegen entstanden mehr Werbe- und Trickfilme. In diesem Jahr dürfte sich die Lage aber wieder verbessern, sagt Vratislav Šlajer. Er ist Vorsitzender der Produzentenassoziation für Audiovision. Šlajer zufolge bleibt Tschechien trotz des Rückgangs im letzten Jahr weiterhin ein wichtiges Land für internationale Filmproduktionen.
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