Olympischer Traum: Katerina Neumannova holt endlich ihr erstes Gold
Ziemlich hoch waren die Erwartungen in der tschechischen Öffentlichkeit, wenn man darüber sprach, wie viele Medaillen die nationalen Sportler bei den XX. Olympischen Winterspielen erringen werden. Denn mit 83 Athleten war die Tschechische Republik mit ihrem bisher größten und chancenreichsten Aufgebot bei einer Winterolympiade vertreten. Gleich mehrere Hoffnungen sind letztlich geplatzt, doch für eine Skilangläuferin hat sich in Turin endlich der Traum vom Olympiagold erfüllt. Lothar Martin hat den schönsten Moment in der Karriere der Katerina Neumannova für Radio Prag nachgezeichnet.
Ja, Katerina Neumannova lief am vergangenen Freitag in der schweren Langlaufloipe von Pragelato in der Tat zu ihrem ersten Olympiagold. Und das mit einem Schlussspurt, wie er besser nicht sein konnte. Dabei hatte die 33-Jährige aus dem Böhmerwaldort Zadov noch stets daran gezweifelt, diese Fähigkeit überhaupt zu besitzen. Wahrscheinlich auch deshalb hatte sie dafür nur diese charmante Erklärung parat:
"Ganz sicher habe ich mich nicht so stark gefühlt, als dass ich eine Entscheidung schon auf dem schweren Anstieg zwei drei Kilometer vor dem Ziel hätte suchen können. Daher bin ich im Nachhinein froh, dass Tschepalowa und Kowalczyk das Tempo gemacht und damit das Feld gesprengt haben. Um aber beide im Finish zu besiegen, dazu hat mich wohl der ´von oben´ gedrängt."Ob nun mit oder ohne göttliche Beihilfe, es gab nahezu niemanden in der großen internationalen Langlaufelite, der Katerina Neumannova den Erfolg in ihrem letzten olympischen Rennen nicht gegönnt hätte. Zu ihnen zählt auch der deutsche Langlauf-Auswahltrainer Jochen Behle, der lobend anerkannte: "Das ist einer der Höhepunkte der Spiele. Ich habe Katka noch als Aktiver erlebt. Sie war immer fair, eine wirkliche Dame auf Skiern."
Nach 15 Jahren Höchstleistungssport ist Katerina Neumannova am Freitag auf dem Gipfel, auf ihrem ganz persönlichen Olymp angelangt. Keiner kennt sie besser als ihr Trainer Stanislav Frühauf, der ebenso wie viele Tausende Tschechen an diesem Tag seine Freudentränen nicht verbergen konnte. Aber Frühauf weiß auch genau warum:
"Das ist das Absolute und ich gönne ihr das von ganzem Herzen. Sie hat ihrem Sport so viel geopfert, das lässt sich hier gar nicht beschreiben. Ihre ganze Arbeit ist nun endlich richtig aufgewertet worden, denn wenn einer Olympiasieger geworden ist, dann bleibt dieser Titel für das ganze Leben. Und darum geht es!"
Nach all den Entbehrungen und Strapazen, die ihrem Triumph vorangegangen sind, konnte Katerina Neumannova bei der Siegerehrung in Turin nun endlich den verdienten Lohn genießen.







