Opernsängerin Yende singt in Prag – und übt Tschechisch für Rusalka

Pretty Yende (Foto: Martina Schneibergová)

Sie gilt als aufgehender Opernstar: Die junge südafrikanische Sopranistin Pretty Yende singt sowohl in der New Yorker „Metropolitan“ als auch in den europäischen Opernhäusern. Am Montagabend wird sie zum ersten Mal in Prag auftreten. Zuvor traf die Künstlerin im Neustädter Rathaus mit Musikstudenten und Journalisten zusammen.

Pretty Yende (Foto: Martina Schneibergová)
Pretty Yende mit einer Arie aus Vincenzo Bellinis Oper „La sonnambulla“. Arien aus Bellinis Opern werden auch bei ihrem Prager Konzert erklingen, sagt die junge Sängerin:

„Ich bin so begeistert, dass ich zum ersten Mal in Prag singe. Ich freue mich schon sehr auf das Konzert, bei dem ich das Prager Publikum treffen werde.“

Die Sopranistin trat vor etwa einem Jahr zum ersten Mal in der New Yorker Metropolitan Opera auf. Sie sprang damals für die erkrankte Hauptdarstellerin ein, gespielt wurde Rossinis Oper „Graf Ory“:

„Es erfüllte sich wortwörtlich ein Traum für mich. Ich nehme an, dass alle jungen Künstler davon träumen, mal auf einer renommierten Bühne zu stehen. Ich hatte erst kurz zuvor mein Gesangstudium abgeschlossen, und plötzlich hatte ich die Chance mit Juan Diego Flórez aufzutreten. Das war sehr ermunternd.“

Ihr Debüt in der Metropolitan Opera war dann doch recht ungewöhnlich. Als sie in der Rolle der Adele auf die Bühne eilte, stolperte sie über den langen Rock und fiel hin – und dass, bevor sie eine einzige Note gesungen hatte. Aber dieses Missgeschick habe sie zu einer glänzenden Leistung motiviert, stellten die Musikkritiker danach begeistert fest.

„Es war ein absolut ungeplanter Beginn, wenn man wortwörtlich in die Oper hineinfällt. Dies war für mich eine Lektion, vor allem über Demut, und darüber, dass ich im Dienste der Musik stehe. Ich hatte so viel Spannung in mir, denn vor mir lag eine Art Brücke, die von der Musikstudentin zur Profi-Karriere führte. Das hat mich gelehrt, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen.“

Danach trat die Sopranistin auch in renommierten Opernhäusern in Europa auf, darunter zum Beispiel Wien oder Mailand. Sie singt zudem immer wieder auch in ihrer Heimat Südafrika. Dabei wusste sie mit 16 Jahren noch nicht wirklich, was eine Oper ist.

„Ich war 16 Jahre alt, als ich einen Operngesang in einer Reklame gehört habe. Ich habe gefühlt, dass ich genauso so etwas singen möchte. Ich habe dann in der Schule meine Lehrerin gefragt und die sagte mir, dass sei eine Oper. Da habe ich geantwortet, das ist das, womit ich mich in meinem Leben weiter beschäftigen möchte.“

Pretty Yende studierte den Operngesang zunächst in Kapstadt und danach in Mailand, und schon im Studium gewann sie mehrere Prestigewettbewerbe. Die italienischen Belcanto-Arien gehören zu ihrem Lieblingsrepertoire. In einer tschechischen Oper hat die Sopranistin aber bisher noch nicht gesungen. Sie kenne jedoch Antonín Dvořáks Rusalka sehr gut, vor allem die Mondarie, sagt die 28-jährige:

„Es war eine der Lieblingsmelodien, die ich während meines Studiums gelernt habe. Die Musik hat wirklich meine Seele berührt. Aber die tschechische Sprache ist nicht einfach. Ich habe vor, die kommenden Tage in Tschechien auch dafür zu nutzen, um den Menschen zu lauschen, zu hören, wie sie sprechen. Dann könnte ich meine Aussprache verbessern und die Mondarie auch viel besser vortragen.“

Das Konzert von Pretty Yende findet im Smetana-Saal des Repräsentationshauses (Beginn 19.30 Uhr) statt. Mit ihr wird auch der tschechische Oboist Vilém Veverka auftreten. Für die Begleitung sorgt die PKF Prague Philharmonia, das Orchester wird von Christopher Franklin geleitet.