„Patrimonium pro futuro“: Doppelte Auszeichnung für Brauerei in Kostelec nad Černými lesy
Mit dem Preis „Patrimonium pro futuro“ (Kulturerbe für die Zukunft) hat das tschechische Denkmalschutzamt (NPÚ) am Mittwoch bereits zum zwölften Mal herausragende Denkmalschutzprojekte geehrt.
Die Preise „Patrimonium pro futuro“ werden seit 2014 verliehen. Die Laureaten sind Eigentümer von Denkmälern, Restauratoren und andere Fachleute oder Laien, die an vorbildlichen Projekten zur Denkmalpflege beteiligt waren.
Gleich zweimal wurde in diesem Jahr die Brauerei in Kostelec nad Černými lesy in Mittelböhmen ausgezeichnet. Sie siegte in der Kategorie „Rettung eines Denkmals“ und erhielt außerdem den Publikumspreis „Památky děkují“ (Die Denkmäler danken). Milan Starec ist Besitzer des Baudenkmals:
„Das Gefühl lässt sich kaum beschreiben. Mit der Auszeichnung hat sich unser Bemühen sozusagen abgerundet. Nicht nur, dass es 25 Jahre her ist, dass wir die Brauerei entdeckt haben. Zudem habe ich nun meinen 50. und mein Kollege seinen 60. Geburtstag gefeiert. So passt alles zusammen, und wir haben ein schönes, doppeltes Geschenk bekommen.“
Die Brauerei ist ein einzigartiger, gut erhaltener Komplex mit Technologien aus der Zwischenkriegszeit. Nach der Einstellung der Produktion im Jahr 1987 verfiel er, bis er im Jahr 2000 von zwei Bierliebhabern übernommen wurde. Diese räumten Tausende Kubikmeter Schutt weg und begannen mit einer aufwendigen Renovierung. Die historische Brauerei, die Dampfmaschine und die Mälzerei wurden dank Milan Starec und Tomáš Vodochodský wieder in Betrieb genommen. Starec blickt zurück:
„Wir sind gemeinsam durch das Land gefahren und haben Brauereien gerettet. Einmal kletterten wir einfach über einen Zaun in Kostelec. Wir wurden damals von der Polizei erwischt und fuhren weg. Am Rand der Stadt stand auf einer Tafel, dass die Brauerei zum Verkauf steht. Und so haben wir sie gekauft.“
Heute ist das Nationalmuseum für Bierbrauerei und ein Kulturzentrum in dem Gebäudekomplex untergebracht.
Mit dem Preis für die „Entdeckung des Jahres“ wurde das Projekt „Vorbesiedlung der Stadt Třebíč“ ausgzeichnet. Archäologen haben dort eine bisher unbekannte Siedlung aus dem 12. und 13. Jahrhundert entdeckt, die der Gründung der Stadt vorausging. Aleš Hoch leitet die Forschung:
„Wir haben die Auszeichnung nicht erwartet, weil die Konkurrenz hart war. Auch andere Kollegen haben tolle Entdeckungen gemacht. Daher sind wir sehr erfreut und und fühlen uns geehrt.“
Weitere Preise wurden für die Instandsetzung der Autobahnbrücke bei Vojslavice auf der Böhmisch-Mährischen Höhe verliehen, weiter für die Restaurierung der Deckenmalereien im Schloss Zdislavice, für die vorbildliche Verwaltung der Glashütte Huť Jakub in Tasice, für eine Ausstellung über Sandsteinförderung im Elbsandsteingebirge im Regionalmuseum Ústí nad Labem sowie für die Instandsetzung der Orangerie und des Gartens im Schloss Dobříš. Posthum wurde zudem der Denkmalschutzexperte Vlastislav Ouroda geehrt, der sein Leben dem Schutz des tschechischen Kulturerbes gewidmet hatte.







