Pilotprojekt: Grundschule aus München schickt Schüler nach Všenory

Gruppenfoto in der Grundschule in Všenory

Es wurde gesungen, gewandert und gelernt. Zwei Grundschulen aus Deutschland und Tschechien haben vergangene Woche ihren Austausch beendet. Die Kinder, die an dem viertägigen Programm teilnahmen, waren im Alter zwischen sechs und zehn Jahren.

Am vergangenen Donnerstag reisten elf Grundschüler aus München in Všenory an. Einige Eltern waren auch dabei. In Tschechien erwartete die Kinder Kunstunterricht und Tschechischstunden. Schon am Anreisetag begann man mit dem Lernen der fremden Sprache. So ging es zum Beispiel um die Zahlen von eins bis zwölf auf Tschechisch. Die Kinder sollten ihre Hand heben, wenn sie die Zahl hörten, die zu dem Monat passte, in dem sie geboren wurden. Auf dem Programm stand aber auch eine Wanderung.

Das Angebot war Teil eines Schüleraustauschs zwischen der Grundschule Hermine-von-Parish und der Josef-Kubálek-Grundschule. Von bayerischer Seite war die Lehrerin Veronika Spika mit dabei. So schätzte sie die Sprachbarriere zwischen ihren Schützlingen und den tschechischen Kindern ein:

„Bei diesen ganz kleinen Kinder ist das Tolle: Sie sind ja noch mehr gewohnt, sich auch nonverbal übers Spiel zu begegnen. Die Sprachbarriere war deshalb eigentlich gar nicht so hoch. Die Kinder spielen einfach miteinander und lernen dabei die ersten Wörter kennen.“

Die tschechischen Schüler waren bereits im März in München. Was dort auf dem Programm stand, erzählte gegenüber Radio Prag International eine deutsche Schülerin:

„Wir sind einmal in die Stadt gegangen und haben eine Rallye gemacht. Es gab auch eine Tierparkrallye. Und wir waren in der Schule.“

Wanderung im Mai | Foto: Archiv von Bára Procházková

Über das Programm für den Aufenthalt in Tschechien konnte die Journalistin Bára Procházková Genaueres sagen. Sie ist im Elternverein der Schule in Všenory tätig und hat an der Realisierung des Austausches mitgewirkt:

„Am Samstag machen wir einen gemeinsamen Familienausflug und essen mittags in Mníšek pod Brdy ‚špekáčky‘. Das sind Bratwürste, eine tschechische Spezialität, die man über dem Lagerfeuer zubereitet. Am Sonntag wird es auch noch eine gemeinsame Sportstunde geben.“

Am Anreisetag in Všenory war auch Petr Hrbik anwesend. Seine zwei Kinder besuchen in dem Vorort von Prag die erste und die dritte Klasse. Hrbik sagte:

„Ich muss sagen, es ist ein super Projekt. Die Kinder können schon in einem relativ jungen Alter etwas Neues entdecken und kennenlernen. Auch der Aufenthalt in Deutschland hat ihnen sehr viel gebracht. Trotz der Sprachbarriere werden die Kulturen zusammengebracht. Ich bin ein sehr großer Fan des Deutschen und würde sagen, dass dieser Sprachkontakt sehr gut ist. Weil wie lernt man eine Sprache besser?“

Der Schüleraustausch wurde vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds mit 137.200 Kronen gefördert (5500 Euro). Ob das Austauschprogramm nächstes Jahr wiederholt wird, ist noch ungewiss. An dem Projekt gab es aber viel Interesse, und die Akteure wünschen sich, die Zusammenarbeit der Schulen künftig noch weiter zu intensivieren.