Pilsen erreicht Gruppenphase der Champions League – Darida zu Freiburg

Vladimír Darida y Aleksander Rajcevic, foto: ČTK

Ein Schritt war noch zu machen, und der ist dem tschechischen Fußballmeister Viktoria Pilsen gelungen. Am Mittwochabend gewannen die Westböhmen beim NK Maribor auch das Qualifikationsrückspiel im Play-off zur Champions League. Damit nimmt der Verein nach 2011 zum zweiten Mal an der Gruppenphase der Meisterliga teil. Trotzdem verlässt Mittelfeldtalent Vladimír Darida den Verein, er spielt zukünftig für den Bundesligaklub SC Freiburg.

Andres Koogas und Stanislav Tecl (Foto: ČTK)
Wenn man nur die finanziellen Möglichkeiten nimmt, ist der FC Viktoria Pilsen ein Leichtgewicht in Europa. Der Vereinsetat für diese Saison liegt bei 100 Millionen Kronen, das sind in etwa vier Millionen Euro. Dafür würde ein Star von Bayern München wie Franck Ribéry nicht einmal mit dem Bein zucken. Und dennoch wird der westböhmische Klub wieder mitspielen im Konzert der Großen in Europa. Auch Pilsens Stürmer Stanislav Tecl findet das unglaublich, wie er nach der Begegnung in Maribor sagte:

„Wegen dieser Erlebnisse betreibt man Fußball. Innerhalb eines halben Jahres haben wir den Meistertitel geholt und nun die Teilnahme an der Champions League geschafft. Eine größere Herausforderung gibt es sicher nicht.“

Es war gerade Tecl, der in Slowenien das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielt hat. Das Hinspiel vor eigenem Publikum gewann Pilsen ebenfalls, und zwar mit 3:1.

Pavel Horváth mit dem Trainer Pavel Vrba (Foto: ČTK)
Pavel Horváth ist der Pilsener Stratege im Mittelfeld, obwohl er bereits 38 Jahre alt ist und auch nach eigenem Empfinden einige Kilo Übergewicht mit sich schleppt. Nach getaner Arbeit sagte Horváth am Mittwochabend:

„Das ist phantastisch. Ich denke, wir haben verdient die Gruppenphase erreicht. Im ersten Spiel zu Hause haben wir uns bereits eine hervorragende Ausgangslage geschaffen, und hier in Maribor haben wir mit dem ersten Angriff gleich das Tor gemacht. Wir haben dann zwar rund zehn Minuten den Faden verloren, und der Gegner kam zu ein paar Chancen. Die Schüsse haben unsere Verteidiger aber alle gut abgeblockt. Danach waren wir dann das bessere Team.“

Vor zwei Jahren hatte Viktoria Pilsen erstmals den Einzug in die Champions League geschafft. 2011 war das eine Sensation gewesen. Trainer Pavel Vrba:

Alexander Rajcević und Vladimír Darida (Foto: ČTK)
„Ich muss schon zugeben, dass das Erreichen der Champions League damals viel überraschender kam als jetzt. Wir hatten zudem schwerere Gegner in den Qualifikationsrunden wie Trondheim und der FC Kopenhagen, sie gehören zu den Top-Teams in Europa.“

Und noch eine weitere wichtige Sache ist jetzt anders: Musste Pilsen 2011 seine Champions-League-Spiele noch in Prag bestreiten, verfügt der Verein mittlerweile über eine eigene moderne Arena. Die Stadt hat diese bauen lassen. Sie bietet etwas mehr als 11.000 Plätze und ist mit Abstand das kleinste Stadion aller Champions-League-Teilnehmer. Doch wen würde man denn jetzt am liebsten in dem kleinen Schmuckkästchen empfangen? Pilsens Vereinsboss Tomáš Paclík hat einen Wunsch für die Auslosung der Gegner am späten Donnerstagnachmittag:

„Ich würde mir die Bayern wünschen, denn München liegt gleich um die Ecke. Es wäre ein Festtag für unsere Fans. Gegen Bayern haben wir zuletzt wohl vor 42 Jahren gespielt.“

Vladimír Darida (Foto: ČTK)
Ein Pilsener Spieler aber wird dann aber nicht mehr dabei sein: Mittelfeldtalent Vladimír Darida hat den Verein am Donnerstag in Richtung Bundesliga verlassen. Der SC Freiburg hatte den Nationalspieler bereits seit Wochen umworben, Darida wechselt nun in den Breisgau, obwohl er dort „nur“ Europa League spielen wird. Für den 23-Jährigen zählte aber die Perspektive, die ihm der Wechsel bietet. Für ihn werde zudem der Traum wahr, in der höchsten deutschen Liga zu spielen, sagte Darida am Donnerstag.

Autor: Till Janzer
schlüsselwort:
abspielen