In Prag findet die internationale Konferenz über Religionsfreiheit statt

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Am Mittwoch hat in Prag eine dreitägige Konferenz zum Thema Religionsfreiheit begonnen. Der Veranstalter, die amerikanische Becket Stiftung für religiöse Freiheit, entschied sich für den Schwerpunkt Religionsfreiheit und Staatsideologie. Mehr Informationen brachte von der Tagung Daniela Králová mit.

Nach Rom und Jerusalem ist Prag der dritte Ort, an dem die Becket Stiftung die Konferenz zum Thema Religionsfreiheit veranstaltet. Kann aber die tschechische Hauptstadt überhaupt einen Vergleich zu den beiden christlichen Hochburgen bieten? Erst der Titel der Konferenz, nämlich Religionsfreiheit und Staatsideologie, verleiht dem Standort Prag einen Sinn.

Schon die Auswahl des Gebäudes, in dem die Veranstaltung stattfindet, ist Ironie des Schicksals. Das Haus oberhalb des Wenzelsplatzes, in dem früher das Parlament des kommunistischen Regimes saß, kann als Symbol für die Unterdrückung der Religionsfreiheit dienen.

Auch Professor Wolfhart Pannenberg von der Theologischen Fakultät der Münchener Universität, der den Eröffnungvortrag hielt, findet die diesjährige Standortauswahl gar nicht überrraschend:

Einen Schwerpunkt der Konferenz bilden Fälle, in denen der Staat Glaubensrichtungen oder Atheismus aufzwingt. Der Präsident der Tschechischen christlichen Akademie Tomás Halík sprach in seiner Rede über den moralischen Verfall während des Kommunismus und über die gegenwärtige Situation der Kirche in postkommunistischen Ländern sowie in der heutigen globalisierten Welt. Die heutige Krise der Kirchen in Osteuropa, wo an die Stelle der Staatsideologie eher der Nationalismus als eine Religion tritt, sei nach Halík nur ein Teil einer tiefgehenden Krise, in der sich auch andere Kirchengemeinschaften befinden.

Die Konferenz zum Thema Staat und Kirche wird bis Freitag fortgesetzt.

Autor: Daniela Kralova
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