Prager Metro feiert 40. Geburtstag

Foto: Archiv der Prager Verkehrsbetriebe
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Die Prager Metro feiert an diesem Freitag ihren 40. Geburtstag. Über die Errichtung einer Untergrundbahn wurde in der tschechischen Metropole seit dem Ende des 19. Jahrhunderts diskutiert. Am 9. Mai 1974 war es dann soweit: Auf der ersten Metro-Linie fuhren die ersten Fahrgäste.

Foto: Archiv der Prager Verkehrsbetriebe
Der Mai 1974 brachte die größte Veränderung in der Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Prag. Die erste U-Bahn-Linie mit damals neun Stationen wurde eröffnet. Die Strecke zwischen der Sokolovská, der heutigen Station Florenc, bis Kačerov maß neun Kilometer.

Seitdem hat sich die U-Bahn zum Rückgrat des ÖPNV in Prag entwickelt. Dies sei in zwei Abschnitten geschehen, sagt der Prager Stadtrat Jiří Pařízek:

„Der erste Abschnitt war durch massive Investitionen seitens der Regierung gekennzeichnet. Dadurch konnte die U-Bahn enorm ausgebaut werden. Im Jahr 1994 bestanden bereits alle drei heute existierenden Linien A, B und C, mit insgesamt 46 Stationen und einer Netzlänge von 44 Kilometern. In den 1990er Jahren stellte die Regierung die Subventionen für die U-Bahn ein und überließ diese Aufgabe der tschechischen Hauptstadt.“

Jiří Pařízek (Foto: Archiv der Stadt Prag)
Trotzdem ging die Entwicklung weiter. Heute verfügt Prag über 57 U-Bahn-Stationen, verteilt auf 60 Kilometer Streckennetz. Vor allem aber stieg die Zahl der Nutzer extrem, wie Pařízek vergleicht:

„Im Jahr 1974 beförderte die U-Bahn 39 Millionen Personen pro Jahr. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Fahrgäste bei über 590 Millionen.“

Die Idee, eine Untergrundbahn in Prag zu bauen, war bereits 1898 aufgekommen – doch der Stadtrat lehnte sie damals ab. In der Zwischenkriegszeit nahmen die Pläne aber konkrete Formen an, der beginnende Zweite Weltkrieg stoppte diese indes. In der Nachkriegszeit gingen die Diskussionen weiter, sie dauerten zwanzig Jahre lang. Denn erwogen wurde sowohl der Bau einer Metro als auch einer unterirdischen Straßenbahn. Jaroslav Ďuriš ist Generaldirektor der Prager Verkehrsbetriebe:

Foto: Archiv der Prager Verkehrsbetriebe
„Erst im August 1967 beschloss die tschechoslowakische Regierung offiziell, eine Metro in Prag zu bauen. Als am 9. Mai 1974 der Betrieb der U-Bahn aufgenommen wurde, waren 99 Jahre nach dem Start des öffentlichen Nahverkehrs in Prag vergangen.“

Der 9. Mai 1974 war jedoch nicht nur der Beginn des U-Bahn-Betriebs, sondern auch das Ende einer Etappe. An jenem Tag wurden die alten Straßenbahnen eingemottet. Gleichzeitig verschwanden die Schaffner aus dem Prager ÖPNV.

Der 40. Geburtstag wird mit zahlreichen Veranstaltungen in der U-Bahn begangen. Mit mehreren Ausstellungen in den Vestibülen der Metrostationen wird die Entwicklung des Verkehrsmittels dokumentiert. Den Höhepunkt bildet an diesem Freitag die Schau „Kunst in der Metro“. Dabei sind in 24 Stationen vor allem Statuen und Plastiken zu sehen, die zum Teil zu kommunistischen Zeiten für diese Orte geschaffen worden waren. Diese Ausstellung läuft noch bis Anfang Juni. Außerdem fahren an diesem Tag historische Straßenbahnen durch Prag.