Prognose: In Tschechien sinkt das BIP in diesem Jahr um 7,5 bis 8 Prozent

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Die Wirtschaftsprognose für das aktuelle Jahr wird im Nachgang der Corona-Krise nach unten korrigiert. In der Bevölkerung wächst das Vertrauen aber langsam wieder.

Jan Švejnar (Foto: Elena Horálková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Der Einbruch in der tschechischen Wirtschaftsbilanz fällt in diesem Jahr höher aus, als allgemein erwartet wird. Beim Bruttoinlandsprodukt wird sich der Rückgang auf 7,5 bis 8 Prozent belaufen. Das sagte Jan Švejnar im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ČTK. Švejnar war bis zum 11. Juni Chef des wirtschaftlichen Beratungsteams beim zentralen Krisenstab der Regierung, der dieser Tage seine Tätigkeit einstellt.

Der Rückgang kann laut Švejnar noch höher ausfallen, wenn es zu einer zweiten Welle der Corona-Pandemie und erneuten Einschränkungen wirtschaftlicher Aktivitäten kommt. In diesem Falle könnten die Zahlen in den zweistelligen Bereich abrutschen.

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Die weitere Entwicklung im nächsten Jahr hänge von der globalen Situation ab, so Švejnar weiter: „Sollte die Weltwirtschaft wieder in Konjunktur geraten, könnten davon die einheimische exportorientierte Industrie sowie Dienstleister im Handel profitieren. Ich befürchte aber, dass die globale Wirtschaft so schnell nicht wieder auf die Füße kommt. Es wird zwar einen Anstieg geben, aber alle Volkswirtschaften werden schwächer sein, als sie es im vergangenen Jahr vor dem Corona-Virus waren.“

Parallel zu Švejnars Ausführungen wurden am Mittwoch die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Tschechischen Statistikamtes veröffentlicht. Demnach steigt das Vertrauen in die einheimische Wirtschaft wieder leicht an. Im Juni nahm der Quotient um 2,7 Punkte zu und stieg auf insgesamt 77,2 Punkte. Im Gegensatz zur Erhebung im Mai zeigten sich vor allem Unternehmer und auch Verbraucher wieder optimistischer.