PwC: Hälfte der Unternehmen in Tschechien Opfer von Wirtschaftskriminalität

Foto: Kristýna Maková

Fast die Hälfte der Firmen in Tschechien ist in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden. Das zeigen die Ergebnisse der jüngsten weltweiten Untersuchung von PricewaterhouseCoopers (PwC).

Foto: Kristýna Maková
In den vergangenen zwei Jahren sind 48 Prozent der tschechischen Unternehmen Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen geworden, schreiben die Wirtschaftsberater. In der vorangegangen Studie aus dem Jahr 2011 traf dies nur auf 29 Prozent der Befragten zu. Die häufigsten Delikte waren Diebstahl und Unterschlagung. In mehr als der Hälfte der Fälle wurden diese Taten von Mitarbeitern der beschädigten Firma begangen. Einen immer höheren Anteil an den wirtschaftskriminellen Delikten nimmt die Computerkriminalität ein, sie belegt in Tschechien den zweiten Platz mit 31 Prozent der Fälle. Vor zwei Jahren waren es nur 13 Prozent gewesen.

Der Anstieg der Wirtschaftskriminalität in Tschechien beruht laut Michal Kohoutek von PricewaterhausCoopers unter anderem auf der Tatsache, dass immer häufiger solche Handlungen aufgedeckt würden. Allerdings wurden 42 Prozent der wirtschaftskriminellen Handlungen außerhalb der Kontrollsysteme der Unternehmen enthüllt.

Michal Kohoutek (Foto: Archiv PricewaterhausCoopers)
Jede zweite Firma, die Opfer der Wirtschaftskriminalität geworden ist, erlitt einen Schaden ab zwei Millionen Kronen (75.000 Euro). „Bei 15 Prozent der betroffenen Firmen übersteigt der Schaden sogar 100 Millionen Kronen (3,7 Millionen Euro)“, sagte Kohoutek. Zwei tschechische Unternehmen gaben Schäden von mehr als 100 Millionen US-Dollar an.

Im internationalen Vergleich liegt die Wirtschaftskriminalität überdurchschnittlich hoch. Weltweit beklagen sich 37 Prozent der Firmen über solche Art von Schädigung. An der Studie von PwC nahmen diesmal 5128 Unternehmen aus 99 Ländern der Welt teil. In Tschechien waren es insgesamt 94 Firmen.