Radio Prag trägt zum gegenseitigen Kennenlernen bei
Die Deutsch-Tschechische Erklärung, die Schikanen des kommunistischen Regimes und die neuen QSL-Karten. Das sind die Themen, zu denen Sie uns diesmal schreiben.
„Ich finde es sehr gut, wie auch in der Diskussion zum Ausdruck kam, dass die Probleme der Vergangenheit nicht mehr die Priorität wie früher haben. Heute sind unsere beiden Länder in der EU und werden, auch bei teilweise unterschiedlichen Ansichten, gemeinsam weiter an der Ausgestaltung der Union arbeiten. Zum gegenseitigen Kennenlernen trägt Radio Prag ganz bestimmt nicht im unerheblichen Maße bei, die Sendungen erweitern das Wissen über Tschechien und sind darüber hinaus immer sehr informativ.“
Joachim Thiel aus Wuppertal bemerkte zur Rolle von Radio Prag:„Gerade die heutige Sendung von Ihnen beweist, wie wertvoll auch heutzutage Auslandssendungen sind. Im Deutschlandfunk, der hier für ganz Deutschland sendet, wurde die Deutsch-Tschechische Erklärung meines Wissens nicht erwähnt.“
Anlässlich des Jahrestags haben wir auch eine Serie von Berichten über das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen gesendet. Karl-Heinz Grüttner aus Nobitz schrieb dazu:
„Sehr interessant war der Beitrag zur Denkweise der Tschechen über die Deutschen. Es gibt also noch durchaus positive Meldungen.“
Auch der Beitrag aus der Reihe Kapitel aus der tschechischen Geschichte „‚Wir brauchen euer Grundstück!‘ – die letzte Enteignung vor der Wende“ hat Ihre Aufmerksamkeit gewonnen. Lutz Winkler aus Schmitten fand ihn berührend:
„Sie haben darin über die ständige Drangsalierung einer Familie berichtet, die einfach nur selbständig-alternativ auf dem Land leben wollte. Bis hin zur Verurteilung und Enteignung. Der Mensch hat die unangenehme Eigenschaft, negative Dinge zu vergessen oder zu verklären. Und gerade in dieser Zeit, da sich Menschen wieder auf eine ‚bessere Zeit‘ freuen und mit diktatorischen Floskeln um sich werfen sind solche Beiträge besonders wertvoll. Denn eine Diktatur haben wir ja im Alltag erlebt, als nicht alles gesagt werden durfte. Als es Berufsverbote gab und Menschen einfach verschwanden.“Fritz Andorf aus Meckenheim hat zu dem Beitrag geschrieben:
„Sehr interessant war das Geschichtskapitel, in dem Betroffene ganz konkret von den Schikanen des kommunistischen Regimes berichtet haben. Die geschilderten Beispiele sind ja fast unglaublich. Offenbar war die Bevölkerung damals völlig rechtlos und der Willkür der Behörden ausgeliefert. Man konnte ohne richterlichen Beschluss Häuser und Grundstücke beschlagnahmen, Hausdurchsuchungen vornehmen und kritische Menschen festnehmen. Mich wundert dabei eigentlich, was nach der Wende mit den Menschen geschehen ist, die solche Maßnahmen angeordnet und durchgeführt haben. Ob wenigstens ein Teil von ihnen dafür zur Rechenschaft gezogen wurde?“Verurteilungen waren nur eine Ausnahme, Herr Andorf. Die Vergangenheitsbewältigung ist hierzulande ein umstrittenes Thema. Der Wille dazu war gering, und die Auseinandersetzung wurde nicht tiefgründig geführt.
Aus einem ganz persönlichen Grund fand Ralf Urbanczyk aus Eisleben den Bericht über das 300jährige Unterrichtsjubiläum der Technischen Hochschule in Prag:
„In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte ich dort im Rahmen des Studentenaustausches ein kurzes Auslandspraktikum absolviert. Ich erhielt dabei einen Einblick in den Lehrbetrieb und das Studentenleben an dieser Einrichtung. Ich freue mich natürlich zu hören, dass diese Hochschule in den letzten Jahren eine solch gute Entwicklung genommen hat. Beeindruckend fand ich damals besonders die enge Verflechtung dieser Hochschule mit der Industrie. In der kurzen Zeit dort konnte ich mehrere Betriebe der damaligen Hochtechnologie und Informationstechnik in der Tschechoslowakei besuchen.“Die neue QSL-Serie für das Jahr 2017 war ein weiteres Thema, das in vielen Zuschriften angesprochen wurde. Siegbert Gerhard aus Frankfurt am Main hat auch eine Frage dazu geschickt:
„Die neue QSL-Karten-Serie 2017 über alte und neue Verkehrsmittel ist Klasse! Ich kenne zum Beispiel Oberleitungsbusse nur noch aus meiner Jugendzeit. Sie gelten als umweltfreundlich. Sind O-Busse in Tschechien noch aktiv im Einsatz? Wenn Ja, in welchen Städten?“
Ja, Herr Gerhard. Den O-Bussen begegnet man heute noch in vielen Städten Tschechiens. Die überhaupt ersten fuhren im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in Velenice und České Budějovice / Budweis in Südböhmen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden sie in vielen Städten eingesetzt, später mussten sie aber „normalen“ Bussen weichen. Seit den 1980er Jahren feierten sie aber ihre Rückkehr auf die tschechischen Straßen. Unter anderem aus ökologischen Gründen. Heute ist das Umweltschutz-Argument nicht mehr so stark, weil die Abgase der neuen Busse umweltfreundlicher als früher sind. Dagegen wird der Strom für die O-Busse zu einem Großteil in Kohlekraftwerken produziert, die die Umwelt stark belasten. Die Oberleitungsbusse fahren heute in 13 Städten Tschechiens und zwar in Brno / Brünn, České Budějovice / Budweis, Hradec Králové / Königsgrätz, Chomutov – Jirkov / Komotau – Görkau, Jihlava / Iglau, Mariánské Lázně / Marienbad, Opava / Troppau, Ostrava / Ostrau, Pardubice / Pardubitz, Pilsen / Plzeň, Teplice / Teplitz, Ústí nad Labem / Aussig, und Zlín – Otrokovice. Die betriebsältesten O-Busse fahren in Pilsen, und zwar seit 1941. Das neueste Netz ist 1995 zwischen Chomutov und Jirkov entstanden.Andreas Fessler aus Dresden schrieb zum Thema QSL-Karten:„Ich freue mich, dass Radio Prag auch im neuen Jahr wieder eine interessante QSL Karten Serie versendet. Diesmal ist sie dem Thema „Verkehrsmittel“ gewidmet. Und wie ich schon auf Ihrer Webseite sehen konnte, mit schönen historischen Aufnahmen. Ob ich es dieses Jahr schaffen werde, mir die gesamte Serie zu „erarbeiten“? In den letzten Jahren ist mir das leider nicht gelungen.“
Hoffentlich gelingt es Ihnen in diesem Jahr, Herr Fessler. Es reicht nur, acht Mal einen Empfangsbericht an Radio Prag zu schicken.
Und zu guter Letzt Lutz Winkler aus Schmitten:„Ich freue mich schon auf die neue QSL-Karten-Serie 2017. Es ist für mich wieder ein kleiner Ansporn, alle Karten zu sammeln.“
Und das war es für heute im Hörerforum. Wenn Sie Fragen, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen haben, dann schreiben Sie uns an folgende Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch eine E-Mail schreiben an: [email protected]. Machen Sie's gut. Auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.







