Rafael Kubelík dirigiert Dvořáks „Slawische Tänze“

Rafael Kubelík (Foto: Týdeník Rozhlas)

Kaum jemand hat für die tschechische Musik in der Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr getan als Rafael Kubelík. Der weltbekannte Dirigent tschechischer Herkunft verstarb im Alter von 82 Jahren. Der Tag seiner Geburt jährt sich indes am 29. Juni zum 100. Mal. Aus diesem Anlass ist ihm die heutige Sendung gewidmet.

Rafael Kubelík (Foto: Týdeník Rozhlas)
Rafael Kubelík ist einer der bedeutendsten Exiltschechen des 20. Jahrhunderts. Er fand große Anerkennung nicht nur aufgrund seiner künstlerischen Tätigkeit, sondern auch wegen seines Engagements gegen das kommunistische Regime in der Tschechoslowakei. Er dirigierte die berühmtesten Orchester der Welt, von besonderer Bedeutung war seine langjährige Tätigkeit als Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in München. In der Heimat ist er vor allem dank seiner Zusammenarbeit mit der Tschechischen Philharmonie bekannt geworden. Mit diesem Orchester begann er seine Laufbahn und nach 42 Jahren im Exil kehrte er auch wieder dorthin zurück. Seine Konzerte mit der Philharmonie nach der Wende von 1989 galten als symbolisches Zeichen der hierzulande Einzug haltenden Freiheit. In der ganzen Welt hatte sich Kubelík zuvor für die Popularisierung der tschechischen Musik besonders stark gemacht. In der heutigen Sendung bringen wir die Hörprobe seiner Interpretation der Slawischen Tänze von Antonín Dvořák. Sie hören die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Rafael Kubelík, eine Auswahl aus der ersten Komplettaufnahme der Tänze von diesem Orchester. Sie entstand im Jahr 1955, nur wenige Monate nach Dvořáks 50. Todestag im Jahr zuvor.