Rallye Dakar: Tschechien setzt erneut auf seine Lkw-Teams

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Alle Jahre wieder testen internationale Auto- und Motorradfahrer ihre Fähigkeiten wie auch die Zuverlässigkeit ihres Materials bei dem weltweit wohl bekanntesten Etappenrennen. Die Rede ist von der Rallye Dakar, die allerdings inzwischen in Südamerika ausgefahren wird. Bei der 36. Auflage des Rennens sind auch neun tschechische Besatzungen am Start.

Aleš Loprais (Foto: ČTK)
Die besten Chancen auf eine vordere Platzierung haben die tschechischen Teilnehmer erneut in der Lkw-Wertung. In dieser Kategorie sind sie auch wieder am stärksten vertreten – mit vier Tatrafahrzeugen und einem Liaz-Lkw. Die größten Hoffnungen ruhen dabei auf zwei Piloten: auf Aleš Loprais, dem Neffen des sechsfachen Rallye-Dakar-Gewinners Karel Loprais, und auf Martin Kolomý, der im Vorjahr Fünfter und damit bester Tscheche wurde. An diese Platzierung will Kolomý auch in diesem Jahr anknüpfen. Dazu baut er auf die neue Zusammensetzung eines Tatra-Lkw mit einem starken Buggyra-Motor:

„Tatra Buggyra Racing ist ein neues Team, das auf der Zusammenarbeit von Tatra Buggyra und mir beruht. Ich hoffe, dass diese Verbindung uns wieder ein Stück nach vorne bringt. Nach Möglichkeit will ich erneut unter die Top 5 kommen.“

Martin Kolomý (Foto: ČTK)
Doch gerade die Rallye Dakar ist ein Rennen, das mit vielen Überraschungen und Unwägbarkeiten aufwartet. Daher weiß auch Kolomý, dass für den Erfolg das gute Zusammenspiel vieler Faktoren nötig ist:

„Bei diesem Rennen braucht man vor allem Glück, was die Technik betrifft, denn sie muss allen Widrigkeiten trotzen und durchhalten. Zudem braucht man ein gutes Team, in dem alles klappt – erst dann kann man auf ein gutes Ergebnis hoffen.“

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Seitdem die Rallye 2008 nach Südamerika gezogen ist, fällt zumindest eine Unwägbarkeit weg: die politische Lage. Die gilt in den jetzigen Veranstaltungsländern wie Argentinien oder Chile nämlich als stabil. Der mehrfache Champion Karel Loprais hatte in seiner aktiven Zeit hingegen anderes erlebt:

„In Afrika wurde der gesamte Tross des Rennens mehrere Male von Banden angegriffen. Auch wir waren davon betroffen, und zwar im Jahr 1998. Unser Lkw wurde durch eine Schießerei zum Stehen gebracht und danach gestohlen.“

Der Wechsel vom afrikanischen auf den südamerikanischen Kontinent hat jedoch auch eine Kehrseite, weiß Loprais:

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„Ein großer Unterschied besteht darin, dass in Argentinien überwiegend durch besiedelte Gebiete gefahren wird. Daher sind oft auch enorm viele Leute an der Strecke.“

So war es auch in diesem Jahr zum Rennauftakt im nordargentinischen Rosario, als zirka eine Million Menschen das Fahrerfeld umsäumten. Auf der ersten Etappe von Rosario nach San Luis, die am Montag gefahren wurde, sorgte Aleš Loprais gleich für einen Paukenschlag aus tschechischer Sicht: Er wurde Etappen-Zweiter. Doch schon eine Etappe später ist es passiert: Das Fahrzeug von Loprais hatte technische Probleme. Daher verlor die Besatzung 45 Minuten auf den Tagessieger und fiel auf den siebten Platz der Lkw-Wertung zurück. Aber das kann sich schon morgen ändern, denn das ist die Rallye Dakar.

Autor: Lothar Martin
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