Reaktionen auf die Protestaktionen in Prag

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Auf tiefgründige Analysen der eigentlichen Diskussion unter den Experten der Weltfinanz müssen wir noch etwas warten. Denn die bisherigen Reaktionen zur Jahrestagung des IWF und der Weltbank beschränkten sich hauptsächlich auf die Protestaktionen, die die Tagung begleiten. Bereits am Dienstag Nachmittag verurteilte der tschechische Präsident Vaclav Havel die gewaltsamen Übergriffe, die radikale Demonstranten entfesselt haben. Er forderte die Protestierenden auf, auf gewalttätige Formen des Protestes zu verzichten. Dem Appell an die Protestierenden und der Verurteilung der Gewalt durch das tschechische Staatsoberhaupt schlossen sich weitere Politiker sowie der Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk an, der sich derzeit im Ausland aufhält.

Der Prager Oberbürgermeister, Jan Kasl, und die Bürgermeister der von den Ausschreitungen betroffenen Prager Stadtteile äußerten ihre Enttäuschung über die gewalttätigen Proteste sowie die Befürchtung, dass diese den Ruf Prags beschädigt hätten. Die Brutalität einiger Demonstranten in Prag hat sogar die Erwartungen des tschechischen Innenministers Stanislav Gross übertroffen. Er lobte jedoch die Arbeit der eingesetzten Polizeikräfte und bezeichnete sie als perfekt und hundertprozentig. Auch dem Sprecher der Zivilen Beobachtungsstreifen Marek Vesely zufolge, griff die Polizei in den meisten Fällen professionell ein. Vesely verwies jedoch auch auf Übergriffe der Polizisten gegen Journalisten und gewaltlose Demonstranten.