Rekordbesuche auf dem Febiofest

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Von Daniela Kralova.

"Ausverkauft" bekommen viele der Kinobesucher zu hören, nachdem sie bis zu zwei Stunden in der Schlange verbrachten. Das ist die vorläufige Bilanz des Febiofests, eines Fernseh- und Filmfestivals, das derzeit in Prag stattfindet. Bereits nach vier von insgesamt acht Tagen erreichte das Festival seinen Besucherrekord. Vierzig Tausend Zuschauer sahen bis dahin fast 500 Filme aus 44 Ländern, die das Festival insgesamt anzubieten hat.

Und welche Filme lockten bisher die meisten Besucher an? Erstaunlicherweise nicht so sehr die Vorpremieren von Streifen, die später in die Kinos kommen, sondern vor allem Filme aus Ländern, von denen die meisten Kinobesucher kaum etwas wissen. Die Philippinen oder Kamerun gehören beispielsweise dazu, und auch Beiträge aus Israel sind oft komplett ausverkauft. Thematisch scheinen vor allem Streifen, die sich mit Homosexualität befassen, eine enorme Anziehungskraft auf die Zuschauer auszuüben.

Die meisten Filme können die Besucher im kürzlich eröffneten Multiplex im Slovansky dùm - dem Slawischen Haus - sehen. Aber die insgesamt 1800 Sitzplätze reichen oft nicht aus: Die Zuschauer fragen verzweifelt nach übriggebliebenen Eintrittskarten und das Personal ist oft sichtlich überfordert. Einen entspannteren Eindruck macht im Vergleich mit dem Multikino die Prager Stadtbibliothek, in der die Präsentation von berühmten Filmklassikern läuft. Die Pausen zwischen den Filmen verbringen dort etliche Besucher liegend auf den gepolsterten Bänken.

Das Febiofest findet seinen Höhepunkt an diesem Mittwoch. Dann endet sein Prager Debüt und viele der Filme werden danach in zahlreichen anderen tschechischen uns slowakischen Städten zu sehen sein.

Autor: Daniela Kralova
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