Rekordstrafe nach Platzsturm bei Prager Derby

Nach den massiven Ausschreitungen beim Spiel der beiden Prager Vereine Slavia und Sparta hat die Disziplinarkommission des tschechischen Fußballverbands eine Rekordstrafe gegen Slavia beschlossen.

Es waren dramatische Bilder, die sich am Samstag beim Derby in Prag abspielten. Slavia hatte den Meistertitel schon zum Greifen nah, dann jedoch stürmten kurz vor Ende der Begegnung Hunderte Anhänger des Klubs den Rasen. Sie warfen Leuchtraketen in den gegnerischen Fanblock und griffen mehrere Spieler von Sparta Prag an.

Am Dienstag hat deswegen nun die Disziplinarkommission des tschechischen Fußballverbands (FAČR) getagt. Kommissionspräsident Jiří Matzner schilderte anschließend:

„Wir hoffen, dass es solche oder schlimmere Vorfälle nie wieder geben wird. Paragraph 65 der Disziplinarordnung hat mehrere Absätze. Wir sind zum Schluss gekommen, dass alle Punkte erfüllt wurden.“

Jiří Matzner | Foto: Vít Šimánek,  ČTK

Slavia wurde deshalb mit der höchstmöglichen Strafe belegt. So wird die Begegnung mit Sparta zu Ungunsten des Vereins gewertet. Die kommenden vier Spiele im eigenen Stadion müssen ohne Publikum ausgetragen werden. Und außerdem muss Slavia 10 Millionen Kronen (411.000 Euro) Strafe zahlen.

Vertreter des Vereins gaben am Dienstag bekannt, die Entscheidung zu akzeptieren und keinen Einspruch einzulegen. Bereits am Wochenende hatte man angekündigt, gegen die Hooligans ein Stadionverbot zu verhängen und Schadensersatz zu fordern.

Foto: Vít Šimánek,  ČTK

Auch die tschechische Polizei ermittelt derzeit in dem Fall. Die Identifizierung der Täter bereitet aber Probleme, denn viele der Platzstürmer hatten ihr Gesicht mit Schals oder Masken verhüllt. Die Politik hat deshalb Maßnahmen angekündigt. Bei Sportveranstaltungen solle es künftig ein Vermummungsverbot geben, hieß es am Dienstag von Tschechiens Sportminister Boris Šťastný (Motoristé sobě).

Foto: Pavel Mazáč,  CNC/Profimedia

Eine automatische Gesichtserkennung, mittels derer problematischen Fans der Zugang zum Stadion verwehrt werden könnte, ist technisch derzeit bereits möglich. Die Datenschutzvorschriften in Tschechien und der EU untersagen aktuell aber einen Einsatz einer solchen Technologie.

Autoren: Ferdinand Hauser , Josefína Báčová | Quelle: Český rozhlas
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