Robotisierung der tschechischen Wirtschaft verlangsamt sich

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Die Firmen hierzulande haben im zweiten Jahr hintereinander weniger neue Roboter in Betrieb genommen. Dies berichtet das Nachrichtenportal e15 in Berufung auf eine neue Studie des internationalen Verbandes der Robotik-Industrie. Zugleich ist die Produktion in Tschechien vergleichsweise stark automatisiert.

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Laut dem Robotik-Verband (International Federation of Robotics – IFR) stieg 2019 die Zahl der Roboter in tschechischen Firmen um zwölf Prozent auf nun insgesamt 2,7 Millionen. Das Plus lag damit jedoch um vier Prozentpunkte niedriger als noch 2018. Den größten Zuwachs verzeichneten die asiatischen Volkswirtschaften, in China stieg im vergangenen Jahr die Zahl der eingesetzten Roboter zum Beispiel um 21 Prozent.

Beim Umfang der Automatisierung gehört Tschechien aber immer noch zur Spitze. Konkret ist es Platz 16 in der Welt, bei 147 Robotern je 100.000 Arbeitern. Ganz vorne befinden sich Singapur (918 Roboter) und Südkorea (855 Roboter), auch Nachbar Deutschland ist mit 346 Robotern je 100.000 Arbeitern weit voraus.

Vítězslav Lukáš (Foto: Seznam TV)

Allerdings wurden gemäß der IFR-Studie erstmals in Polen mehr Roboter in einem Jahr in Betrieb genommen als hierzulande. Vítězslav Lukáš vom schweizerisch-schwedischen Maschinenhersteller ABB hält die Daten aus den vergangenen Jahren für den Beweis, dass Tschechien international zunehmend ins Hintertreffen gerät:

„Es stimmt nicht mehr, dass vor allem Staaten mit deutlich teureren und älteren Arbeitskräften schneller Roboter anschaffen. Uns überholen auch Länder, die in der Automatisierung eine Chance sehen. Und das zeigt sich derzeit gerade deutlich. Zahlreiche automatisierte Betriebe können weiterlaufen, auch wenn die Hälfte der Angestellten wegen des Coronavirus in Quarantäne sind“, so Lukáš vom tschechischen ABB-Ableger.

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Der internationale Verband der Robotik-Industrie sieht für dieses und nächstes Jahr wegen der Corona-Pandemie eine Pause in der zunehmenden Automatisierung der Produktion weltweit. Ab 2022 rechne man aber wieder mit steigenden Zahlen, hieß es.

Autor: Till Janzer
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