Rückgang der Arbeitslosigkeit, stabile Preise

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Die Arbeitslosigkeit in Tschechien ist im vergangenen Monat leicht von 9 auf 8.7 % zurückgegangen. Zusammen mit stabilen Preisen ist damit die Erholung der Wirtschaft für die Bevölkerung konkret spürbar geworden. Mehr dazu im nachfolgenden Beitrag von Rudi Hermann.

Die unlängst vom tschechischen Statistischen Amt bekannt gegebenen Kennzahlen für die Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2000 haben die Fachöffentlichkeit positiv überrascht. Und inzwischen ist der Aufwärtstrend auch für die Bevölkerung spürbar, der statistische Angaben sonst wenig sagen. Per Ende März wurde in der Tschechischen Republik eine Arbeitslosenrate von 8.7 % verzeichnet, was gegenüber 9 % Ende Februar einen leichten Rückgang darstellt. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Gegenüber Ende Februar reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen um 45 000 Personen auf 451 000. Das heisst, dass die Unternehmen mehr Arbeitskräfte brauchen und es ihnen deshalb besser gehen muss. Die Belebung der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt betrifft dabei auch traditionell problematische Regionen wie zum Beispiel die Industriegebiete in Nordböhmen und Nordmähren. Diese verzeichnen allerdings im Landesvergleich immer noch die höchsten Arbeitslosenraten. Spitzenreiter in dieser Beziehung ist die nordböhmische Region um die Stadt Most, wo 21.6 % der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne Stelle sind. Am tiefsten ist die Arbeitslosenrate wie üblich in Prag, wo sie knapp unter 3 % liegt.

Dies ist für die tschechische Bevölkerung aber nicht die einzige positive Nachricht. Die Lebenshaltungskosten sind der tiefen Inflation wegen nämlich weitgehend stabil, vor allem bei den Lebensmitteln ist der Preiszuwachs nur gering. Dies geht namentlich auf die gesunkene Nachfrage beim Fleisch zurück, hier haben Hiobsbotschaften über die Verbreitung des Rinderwahnsinns sowie der Maul- und Klauenseuche das ihre bewirkt. Ferner macht sich auch die Stabilisierung beim Ölpreis positiv bemerkbar. Die Monatsinflation für den März lag bei vernachlässigbaren 0.1 %. Mit anziehenden Wirtschaftswachstum dürfte der Druck auf Preiserhöhungen allerdings zunehnmen, und zwar im Sinne des Marktgesetzes, dass die Preise bei steigender Nachfrage ebenfalls steigen. Die Jahresinflation wird dennoch relativ niedrig im Bereich von etwa 4 % erwartet.

Autor: Rudi Hermann
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