Schicksal von sieben politischen Gefangenen aus Russland und Belarus in einer Ausstellung in Prag
Das Schicksal von sieben politischen Gefangenen aus Russland und Belarus ist das Thema einer neuen Open-Air-Ausstellung, die am rechten Moldauufer (Náplavka) an der Straße Rašínovo nábřeží in Prag zu sehen ist.
Mit der Schau soll auf das Thema an sich aufmerksam gemacht werden. Die Ausstellung wurde vom tschechischen Außenministerium in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Člověk v tísni, der Prague Civil Society und der Organisation Gulag.cz zusammengestellt. Die Zahl der politischen Gefangenen sei nicht nur in Russland, sondern auch in Belarus und unter ukrainischen Zivilpersonen in den von Russland besetzten Gebieten gestiegen, sagte der Sonderbevollmächtigte für die Östliche Partnerschaft, David Stulík, gegenüber den Medien. In Russland genügt laut Stulík, sich auf irgendeine Weise gegen die Aggression gegen die Ukraine zu äußern - und schon werde man einer Straftat beschuldigt, beispielsweise der Diskreditierung der russischen Armee.
Mehrere Tausend Menschen seien für ihren zivilen Mut im Gefängnis gelandet, betont der Experte. Viele Fälle sind dabei laut Stulík gar nicht dokumentiert. Die Zahl der politischen Gefangenen in Russland ist nicht bekannt. Ihre Lage hat sich seinen Worten zufolge nach dem Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014 und noch stärker seit Beginn des Krieges im Jahre 2022 weiter verschlechtert. Viele der Gefangenen würden in unmenschlichen Bedingungen gehalten. Mehrere von ihnen wurden laut Stulík verurteilt, weil sie ihre Ablehnung des Kriegs gegen die Ukraine öffentlich zum Ausdruck brachten oder die Menschenrechte verteidigten. Zahlreiche weitere Menschen sitzen aus ideologischen, religiösen sowie genderbedingten Gründen im Gefängnis.
Die Methoden des russischen Regimes seien schlimmer geworden, schildert der Sonderbevollmächtigte. Zum Einsatz kommen beispielsweise Einzelhaft, psychologischer Druck, künstliche Beleuchtung über 24 Stunden lang und Schlafentzug. Diese Methoden wurden laut Stulík auch von den freigelassenen ukrainischen politischen Gefangenen bestätigt, die russische Gefängnisse erlebt haben.
In Tschechien gibt es, wie Stulík anmerkt, eine Reihe von Organisationen, die sich mit seit langem dem Thema beschäftigen. Als Beispiel nannte er Gulag.cz und Amnesty International. Die Ausstellung auf dem rechten Moldauufer in Prag ist noch bis 14. August zu sehen.







