Seltsamer Himmelskörper entdeckt

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Am Firmament gibt es seit ca. einem Monat einen neuen Stern. Eigentlich gab es den schon seit eh und je, wurde aber erst jetzt, genau am 6. Januar entdeckt. Von Jitka Mladkova.

Es fing, wie schon oft, an, ziemlich undramatisch also: am 6.Januar 2002 hatte der australische Astronom M. J. Brown auf seinen Fotoaufnahmen des Nachthimmels einen neuen Stern im Sternbild des Einhorns entdeckt, der - wie üblich - als eine Nova bzw. Supernova eingestuft wurde. Bei den weltweit vorgenommenen Beobachtungen zeigte sich, dass die Ausstrahlungskraft des neuen Sterns zwar allmählich nachließ, bei einer genaueren Analyse des Sternlichtes wurden jedoch ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Diese ließen wiederum daran zweifeln, ob es sich hiermit tatsächlich um eine Nova oder Supernova handelt. Den neuen Stern bezeichnete man deshalb als "pekuliär" - seltsam. Und was war das Seltsame? Das haben am 2.Februar vier tschechische Astronomen herausgefunden, die den neuen Stern in der Sternwarte im ostmährischen Valasske Mezirici beobachteten. Die Intensität des Sternlichtes war 40mal höher als bei einer Beobachtung einen Tag zuvor und nahm mit unglaublicher Geschwindigkeit kontinuierlich zu. Mit quasi angehaltenem Atem konnten die Astronomen beobachten, wie sich die Lichtstärke mit jeder Stunde verdoppelt. Diese Nachricht machte natürlich eine Runde um die Welt, sodass der neue rätselhafte Stern mittlerweile weltweit von Hunderten von Astronomen beobachtet wird. In der astronomischen Welt, in der man mit neun- und mehrstelligen Zahlen umgeht, ist der Zeitraum von einem Monat, der seit der Entdeckung des Sterns vergangen ist, ein zu kurzer, um konkrete Schlüsse ziehen zu können. Dass man faktisch buchstäblich im Dunkeln tappt, konnte uns auch Petr Sobotka von der Sternwarte im südmährischen Brno bestätigen. Eine Hypothese gibt es:

"Höchstwahrscheinlich geht es hierbei um einen Stern, der sich in der abschließenden Phase seiner Existenz befindet. Es kam zu bestimmten chemischen und thermonuklearen Reaktionen, in deren Folge der Stern instabil wurde. Laut neuesten Erkenntnissen japanischer Astronomen soll es auf dem Stern zu einer Explosion gekommen sein. Fest steht, dass niemand weiß, wie sich der seltsame Stern in der nächsten Zeit verhalten wird."

Und die "nächste Zeit" kann natürlich - am Menschenleben gemessen - recht lang werden. Vor kurzer Zeit war der seltsame Stern noch nicht einmal mit Hilfe von großen Riesenteleskopen zu sichten, heute oder in den nächsten Tagen ist er sogar mit bloßem Auge zu sehen. Kurzum, ein sterbender Stern hat halt seine "Allüren".