Škoda und Hyundais Europawerk bauen Autoproduktion in Tschechien aus

Škoda MissionL (Foto: ČTK)

In Frankfurt am Main wurde am Dienstag die bedeutendste Fahrzeugschau dieses Herbstes, der internationale Autosalon eröffnet. Zu den Ausstellern gehören auch der größte tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto und die europäische Firma von Hyundai, die ihre Fahrzeuge im schlesischen Nošovice produziert.

Škoda MissionL (Foto: ČTK)
Škoda Auto, seit 20 Jahren eine feste Säule des VW-Konzerns, präsentiert sich gegenwärtig so stark wie nie. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat das Unternehmen aus Mladá Boleslav schon mehr als 580.000 Wagen verkauft – das sind gut 18 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Beim Autosalon in Frankfurt aber gibt sich die VW-Tochter etwas zurückhaltend. Anstatt, wie erhofft, das erste Fahrzeug ihrer kleinsten Modellreihe, den so genannten City Car zu präsentieren, zeigt Škoda „nur“ die Ankündigung ihrer sechsten Modellreihe – die Studio MissionL. Dieses Modell knüpft an den Octavia Tour aus der ersten Octavia-Generation an. Es handelt sich um einen kompakten Fünftürer, der in seinen Abmaßen zwischen dem Fabia und dem Octavia liegt. Vom Erfolg dieses Modells ist der tschechische Autoexperte und -publizist Vladimír Rybecký überzeugt:

Škoda MissionL (Foto: ČTK)
„Das Modell wird zweifelsfrei seine Käufer finden, denn der Octavia Tour war ein sehr beliebter Wagen. Konzeptionell war er seiner Zeit schon etwas voraus, und das neue Modell wird ein modernes Auto werden, das noch wesentlich mehr zu bieten hat als sein Vorgänger.“

Das neue Auto dürfte sich in erster Linie als ideales Familienauto entpuppen, aber ebenso für Firmen eine interessante Alternative darstellen, glaubt Rybecký. Als Liftback, also einem Wagen mit großer Heckklappe, stehe es in seiner Fahrzeugklasse zudem nahezu konkurrenzlos da. Auf eine ähnliche Konzeption setze zwar auch der Hyundai Accent, der allerdings als Stufenhecklimousine gebaut wurde. Doch gebe es einen weiteren Grund, der für das neue Auto aus Mladá Boleslav spreche, sagt Rybecký:

Škoda-Werke in Mladá Boleslav
„Der neue Škoda hat den Vorteil, dass er etwas größer ist. Er stößt damit in eine Marktlücke. Und man weiß bereits, dass es für Fahrzeuge, die diese Lücke schließen, viele potenzielle Kunden gibt.“

Škoda Auto plant, das neue Modell im kommenden Jahr auf die Märkte in Europa, Russland, China und Indien zu bringen. Für den indischen Markt soll sogar schon in diesem Jahr das Modell einer neuen Stufenhecklimousine produziert werden. Die neue Modellreihe wird den Ruf Tschechiens als kleines Land mit großer Autoproduktion noch weiter aufpolieren, glaubt Rybecký:

Hyundai-Werke
„Durch das neue Modell wird die Produktpalette in Mladá Boleslav erweitert. Es bedeutet gleichzeitig, dass sich die Autoproduktion in Tschechien weiter erhöhen wird.“

Zur Steigerung der Produktion von Pkw, die aus Tschechien kommen, will auch der südkoreanische Hersteller Hyundai mit seinem Werk in Nošovice beitragen. Dazu will er eine neue Generation seines Modells i30 auf den Markt bringen, das er jetzt in Frankfurt erstmals präsentiert. Diese Fahrzeuge der unteren Mittelklasse sollen für den europäischen Markt ab Beginn des kommenden Jahres in Nošovice produziert werden.