Spanisches Pferdefest in Cesov bei Jicin

Der Tag der spanischen Pferde in Cesov (Foto: Pavla Jedlickova)

In den Sendungen von Radio Prag geht es nun weiter mit einer neuen Ausgabe des Regionaljournals. Diesmal lädt Sie Dagmar Keberlova zum Tag der spanischen Pferde nach Cesov bei Jicin in Ostböhmen ein. Ein Stück Spaniens in Tschechien, ein unvergessliches Erlebnis, wartet in den folgenden Minuten auf Sie!

Der Tag der spanischen Pferde in Cesov (Foto: Pavla Jedlickova)
Spanische Pferde in Ostböhmen, das kommt vielleicht manchen von Ihnen, die unser Regionaljournal regelmäßig hören, etwas bekannt vor. Und sie haben Recht: wir haben den Stall von Frau Valova, die spanische Pferde züchtet, bereits vor zwei Jahren besucht. Damals habe wir ihnen ihre Geschichte erzählt, also fassen wir nur kurz zusammen: die Kommunisten haben sie in der totalitären Zeit um alles beraubt und des Landes verwiesen. Als Emigrantin lebte sie dann in Australien. Nach der Wende beschloss sie, in die Heimat zurückzukehren. Auf ihren total zerstörten Gütern hat sie mit viel Mühe und Energie ein kleines Stück Spanien lebendig werden lassen. Diesmal hat uns Frau Valova zum Tag der spanischen Pferde auf ihre Güter eingeladen. Kaum kommen wir bei leichtem Regen auf den Feldern in Cesov an, schon begrüßt uns energisch und lachend Frau Valova wie alte Freunde und stellt uns ihre ganze Familie vor. Noch schütteln wir allen die Hände und schon wird meine Kollegin gebeten, kurz das Mikrophon zu übernehmen, da Frau Valova ihre Stimme verloren hat. Meine Kollegin hat ihre improvisierte Moderation perfekt geschafft und bald übernimmt das Mikrophon die Besitzerin der Andalusier, der "pura raza espanola". Sie alle feiern heute ihren Tag. Frau Valova stellt den Zuschauern ihre Lieblinge vor:

Jana Valova
"Es sind Pferde, die schon Napoleon geritten hat. Sie sind mit keiner anderen Rasse vermischt. Sie haben starke Gene, ihre Eigenschaften werden vererbt und daher wurden sie zur Verbesserung anderer Rassen angewendet. Zum ersten Mal in der Geschichte können wir heute hier 5 Andalusier in Tschechien zusammen sehen. Sogar einen Hengst, der in der Tschechischen Republik geboren wurde. Andalusier sind barocke Pferde, die in der Welt jetzt sehr populär sind, und sie teilen sich in zwei Linien: die Curtijano und die "pura raza espanola" heißen."

Und die Schau ist wunderschön. Es hört bereits auf zu regnen, und ein Pferd nach dem anderen zeigt das Beste was es kann. Menschen aus naher und weiterer Umgebung schauen zu, diesmal sind es so an die 400 Besucher, also doppelt so viele wie bei der ersten Schau gekommen sind. Und wir fragten einige, wie es ihnen gefällt:

Der Tag der spanischen Pferde in Cesov (Foto: Pavla Jedlickova)
"Wir sind zum ersten Mal hier. Unsere Enkelin hat ein Pferd und wir sind wegen ihr gekommen. Sie sind sehr schön. Mir hat gefallen, wie sie mit der Stange geritten sind. Die Schritte sind interessant. Diese Pferde sind sehr flexibel und geschickt."

"Ich bin hier zu Hause. Ich war auch vergangenes Jahr hier. Mir gefällt ihre Bewegungsart als Ganzes, die Pferde sind besonders, was sie machen gelingt nicht jedem Pferd. Wenn der Reiter sie gut führen kann, dann ist es wunderschön. Die letzte Stute kann so schön galoppieren, eine echte Prinzessin."

Und mit immer neuem Schmuck und Kostümen kommen die Pferde mit ihren Reitern aus dem Stall auf das Feld hinaus:

Der Tag der spanischen Pferde in Cesov (Foto: Pavla Jedlickova)
"Hier sehen sie Merkmale der Dressur. Die Pferde sind nicht nur für barockes Reiten bestimmt. Roman reitet sein Pferd normal im sportlichen Parcour, bei mir verliebte er sich in die Pferde und reitet sie nur zum Spaß. Wir alle sind in diese Pferde verliebt und geben ihnen unser ganzes Herz, weil sie ein unglaubliches Temperament haben und man es zum eigenen Vergnügen macht."

Drei Reiter haben die Andalusier: Roman Kminek, Martin Zabransky und Eliska Dolezalova. Mit Martin Zabransky, der das barocke Reiten am besten beherrscht, sprachen wir nach der Schau:

"Es ist mein zweiter Andalusier und ich reite sie seit sechs Jahren. Die barocke Dressur habe ich in Deutschland gelernt. Im Barock hatten sie die Dressur darauf aufgebaut, dass das Pferd nicht alles wie in der sportlichen Dressur können musste. Jedes Pferd hat Talent für andere Sachen. Und dafür waren sie im Barock Meister, abzuschätzen, was ein Pferd kann und was nicht. Eigentlich sagten sie damals, dass sie ein Bild malen, das Pferd muss zu einem wunderschönen Bild werden. Die spanischen Pferde sind sehr geschickt und verstehen alles. Nur darf der Reiter keinen Fehler machen, dann ist Schluss für den Tag. Wenn er mir etwas Neues zeigt, das ist eine Belohnung, da kann man ihm nicht zu viel danken, er ist meine Sonne."

Martin Zabransky (Foto: Pavla Jedlickova)
Die Schau ist vorbei, und wir können uns im Familien- und Freundeskreis mit unserer Gastgeberin bei einem Barbecue ruhig unterhalten. Wir baten sie, dieses Fest vorzustellen:

"Der Tag der spanischen Pferde findet daher statt, weil sie in Spanien zeigen wollen, dass sie eine solche reine Rasse schaffen könnten, es ist ihre Ehre. Ich mache es bisher als Amateur, wir haben nicht ausreichend Pferde. Man muss mindestens 7 Fohlen haben, damit die spanische Kommission kommt, sie wollen Fohlen sehen. Die Besucher können bei uns viele interessante Dinge sehen. Ich bin mit dem heutigen Tag absolut zufrieden. Es gibt viel mehr Besucher, da wir den Tag stärker angekündigt haben. Nächstes Jahr wird er wieder stattfinden, alle warten darauf. Meine Familie hilft mir dabei."

Wenn sie eine Eigenschaft, die typischste von allen, für ihre Pferde nennen sollte?

Der Tag der spanischen Pferde in Cesov (Foto: Pavla Jedlickova)
"Das wäre die absolute Wärme, das Pferd gewöhnt sich an seine Person und diese kann es echt lieben. Wie die Spanier sagten, das Pferd wird einem nie wehtun. Er kann einen Aufstand im Stall machen, aber eine Person treten, das nie. Die Pferde kennen bei mir jeden Stein, sind unglaublich aufmerksam und erkennen sofort einen guten und negativen Menschen. Ich denke, dass meine Pferde niemand stehlen könnte, niemand könnte sie aufladen, denn sie würden sich wehren. Und dann gefällt mir sehr gut, wie sie ihre Schönheit verkaufen können. Ihnen reicht die Musik, etwas Beifall und die Pferde führen sich schon vor. Ich habe die Pferde seit 12 Jahren. Zwanzig verschiedene Personen haben bei mir im Stall gearbeitet, aber es ist schwierig, gute zu finden."

Frau Valova lebt ihre Arbeit mit jedem Atemzug, was für manche Menschen, die nicht an 100prozentige Leistung gewohnt sind, vielleicht anstrengend sein kann. Immer ist sie voller Energie und guter Laune, die sie den Pferden und den Menschen schenkt. Woher nimmt sie ihre immerwährende Energie und Begeisterung?

"Ich liebe was ich mache, dadurch wird es sein. Die Pferde waren mein Ziel. Sowie jemand Hunde lieb hat, für mich sind es die Andalusier. Aus einem negativen Menschen mache ich zumindest zu 30 Prozent einen guten Menschen. Daher habe ich mir auch vorgenommen hier auch junge Leute zu erziehen. Es ist eine anstrengende Arbeit, aber ich habe in mir die Energie, ich nehme eine Dusche und einen Kaffe und arbeite weiter, und so dreimal am Tag."

Wir wünschen Frau Valova auch weiterhin gutes Gelingen, viel Erfolg und verabschieden uns, mit der Hoffnung, bald wieder ein Stück Spaniens und Freude mit ihr teilen zu können.