Spitzenpolitiker zu den Wahlen

Vaclav Havel, Foto: CTK

Die meisten tschechischen Politiker haben schon gestern, am ersten Wahltag, ihre Stimmen abgegeben. Wir haben für Sie einige aktuelle Reaktionen zusammengestellt.

Vaclav Havel, Foto: CTK
Der tschechische Präsident hat unter großer Medienaufmerksamkeit gleich zu Beginn um 14h gewählt. Die einzige Frage, die er den zahlreichen Journalisten beantwortete, war die, ob er verraten werde, wie er gewählt habe. Seine Reaktion: Ein lächelndes Nein. Doch bei weiteren Persönlichkeiten waren wir erfolgreicher, einleitend der Chef der Sozialdemokraten Vladimir Spidla dazu, wie er die Wahlen wahrnimmt:

Das was zu tun war, wurde schon gemacht, daher erlebe ich es also etwas feierlich. Es sind Wahlen und ich warte das Ergebnis ab. Die Chefin der Prager Sozialdemokraten Petra Buzkova äußerte ihre Überzeugung, dass die Sozialdemokraten gewinnen werden. Zu ihren persönlichen Chancen befragt, im so genannten "Prager Duell" Boden gegenüber ihrem hauptstädtischen Kontrahenten Václav Klaus gutmachen zu können, antworte Petra Buzková:

"Das werden wir sehen. Ich will jetzt nicht abschätzen, wie die Ergebnisse in den einzelnen Wahlkreisen aussehen werden. Insgesamt aber habe ich darauf gewettet, dass wir mit einem Vorsprung von vier Prozent gewinnen werden. Und so wie sich der Abschluss der Wahlkampagne von Seiten der ODS gestaltet hat, denke ich, wird unser Vorsprung am Ende noch größer sein." Der größte Konkurrent, nicht nur von Petra Buzkova, sondern der Sozialdemokraten an sich, der Chef der Bürgerdemokraten Vaclav Klaus äußerte, er warte das Ergebnis in Ruhe ab:

Ich fühle mich nicht nervös. Wir befinden uns in einer Situation, in der man nichts mehr beeinflussen kann, nun kann man nur warten. Ich warte ruhig. Jan Ruml, Der Vizechef des Senats und Vertreter der Freiheitsunion, die das Zweier-Bündnis Koalice mitgestaltet, glaubt, dass die Koalition knapp über 20 Prozent der Stimmen erhalten wird. Recht zufrieden wäre er aber erst mit einem viel besseren Ergebnis. Mit welchem Wunsch er gewählt hat, sagte Jan Ruml gegenüber Radio Prag:

"Ich habe einen einzigen Wunsch und zwar den, dass die Tschechische Republik ohne Probleme der Europäischen Union beitritt und dass sie ein vollwertiges Mitglied dieser Gemeinschaft sein wird. Denn ich denke, dass dieser Schritt für die Zukunft unseres Landes eine absolute Schlüsselfunktion hat. Und mit diesem Gedanken bin ich hierher zur Wahl gekommen und so haben meine Frau und ich auch gewählt."

Auch der Chef der Kommunisten, Miroslav Grebenicek, hat bereits gestern seinen Urnengang angetreten. Über die Aussichten seiner Partei sagte er dem Tschechischen Rundfunk folgendes:

Ich wäre selbstverständlich froh, wenn wir etwas mehr Stimmen erhalten würden als vor vier Jahren. Wenn es mehr als 11 Prozent sein wird, ist es Signal, dass wir keine schlechte Politik machen. Alles was mehr als 15 Prozent ausmacht, betrachte ich als einen großen Erfolg."

Zum Schluss bringen wir noch die Reaktion des scheidenden Premiers Milos Zeman:

Ich wähle symbolisch im Landkreis Vysocina, weil ich nach Abschluss der Tätigkeit meiner Regierung dorthin ziehen möchte. So wie manche Menschen immer ihrer Geburtsregion verbunden bleiben, so habe ich als ehemaliger Prognostiker meine zukünftige Region ausgesucht, wo man das Ende des Lebens verbringt.