Staumelder: In Ostrava ist Nationales Verkehrsinfo-Zentrum entstanden

Starke Schneefälle in der Nacht zu Mittwoch haben in weiten Teilen Mährens dazu geführt, dass es in den darauf folgenden Morgenstunden vielerorts auf den mährischen Straßen zu Unfällen und kilometerlangen Staus gekommen ist. Eine leider relativ häufige Erscheinung, u. a. auch deshalb, weil der tschechische Autofahrer noch zu selten zeitnah und präzise über die aktuelle Verkehrslage informiert wird. Das jetzt in Ostrava / Ostrau entstandene Nationale Verkehrsinfo-Zentrum (NDIC) soll hier in baldiger Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Rundfunk Abhilfe schaffen. Lothar Martin sagt Ihnen, wie das geschehen soll.

In dem neu geschaffenen Verkehrsinfo-Zentrum werden seit November sämtliche verfügbare Informationen über Verkehrsbehinderungen auf den tschechischen Straßen sowie über deren witterungsabhängige Befahrbarkeit, besonders im Winter, zusammengetragen und gespeichert. Zum Erfassen dieser Daten, die von 800 mobilen Dispatchern aus der gesamten Republik geliefert werden, baut das Zentrum derzeit auf ein Personal von sechs Mitarbeitern. In naher Zukunft sollen es schon 15 sein. Das wird vor allem ab dem Zeitpunkt der Fall sein, ab dem der Tschechische Rundfunk diese Informationen über seine Programme direkt an die Autofahrer weiterleiten wird. Wann das genau sein wird, konnte der Generaldirektor des Rundfunks, Vaclav Kasik, allerdings auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Ostrava / Ostrau noch nicht sagen. Aber es ist davon auszugehen, dass dies schon in den ersten Monaten des neuen Jahres der Fall sein wird. Dafür wusste Kasik umso besser zu erläutern, welche Vorteile der neue Verkehrsfunk haben wird:

Foto: Archiv Radio Prag
"Das System hat die englische Bezeichnung RDS und gibt alle Verkehrsinformationen weiter, egal an welchem Ort der jeweilige Autofahrer sich gerade befindet. Und TMC, der Traffic Message Channel, erteilt eine exakte Auskunft darüber, welche Verkehrssituation den Autofahrer an seinem jeweiligen Standort direkt erwartet. Das ist ein riesiger Fortschritt, und der Tschechische Rundfunk wird der erste Sender im östlichen Mitteleuropa sein, der diese Dienste anbieten wird."

Die meisten Autofahrer aus den westeuropäischen Ländern wissen sicher diesen Service in ihren Ländern schon einige Zeit zu schätzen. Wie die tschechische Ministerin für Informatik, Dana Berova, mitteilte, ist man bestrebt, den Verkehrsfunk auch bald in mehreren Sprachen auszustrahlen. Wenn das der Fall sein wird, werden wir erneut davon sprechen können, dass Europa wieder ein Stückchen Normalität hinzugewonnen hat.