Studie: Oberflächenwasser in Tschechien zwei Grad wärmer als vor 30 Jahren
Laut einer Studie von Hydrobiologen des Biologischen Zentrums der tschechischen Akademie der Wissenschaften hat sich das Oberflächenwasser in tschechischen Stauseen in den letzten 30 Jahren um fast zwei Grad erwärmt.
Die Studie basiert auf der täglichen Überwachung von 31 Stauseen in Tschechien von 1991 bis 2021. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Oberflächenwasser in den meisten Stauseen im Durchschnitt um 0,59 Grad Celsius pro Jahrzehnt erwärmt hat. Im Sommer stiegen die Wassertemperaturen zwischen 1991 und 2021 aber um mehr als zwei Grad Celsius an. Die schnellsten Veränderungen sind laut der Studie im April zu beobachten, für diesen Monat sind die Wassertemperaturen alle zehn Jahre um ein Grad angestiegen. Im Mai war hingegen laut den Hydrobiologen kein signifikanter Trend erkennbar.
„Dies kann grundlegende Auswirkungen haben, beispielsweise auf die Entwicklung des Phytoplanktons und die Nahrungsbeziehungen in aquatischen Ökosystemen“, sagte der Hauptautor der Studie, Petr Znachor.
Laut den Wissenschaftlern korrelierte die Wassertemperatur in den Stauseen eng mit der Lufttemperatur. Dies belegt nach ihrer Ansicht den starken Einfluss des Klimawandels.
„Veränderungen des Temperaturzyklus in Stauseen können zu einer Verschlechterung des Sauerstoffgehalts am Gewässergrund, zur Freisetzung von Phosphor aus Sedimenten und zu häufigeren und intensiveren Cyanobakterienblüten führen. Dies kann die Wasserqualität, die Biodiversität und die Wasserwirtschaft an Stauseen schwer beeinträchtigen“, ergänzte Znachor.
Die Autoren planen eine Folgestudie. Sie soll sich darauf konzentrieren, wann im Jahr die Erwärmung stattfindet, wie lange diese Phasen anhalten und welche Auswirkungen dies auf die Funktionsweise von Stauseen haben könnte.
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