Temelin-Verzögerungen kommen Skoda Prag teuer zu stehen

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Im umstrittenen südböhmischen AKW Temelin soll heute der Probebetrieb fortgesetzt und der erste Reaktorblock schrittweise wieder auf 55% seiner Gesamtleistung hochgefahren werden. Aber vor allem dem für die Technologie des Kernkraftwerks zuständigen Generalzulieferer, der Firma Skoda Prag, droht weiteres Ungemach. Olaf Barth berichtet.

Gemäß Vertragswerk zwischen der Betreibergesellschaft CEZ und der Zuliefererfirma Skoda Prag hätte das AKW ab dem 3. Mai in der Lage sein sollen, kommerziell Strom zu produzieren, berichtet die Tageszeitung Mlada Fronta Dnes in ihrer Dienstagsausgabe.

Die Zeitung zitiert den Direktor von Skoda Prag, Lubomir Kovarik (ZITAT): "Es ist klar, dass wir den Termin für die Inbetriebnahme nicht einhalten können. Es wird zu einer etwa zweimonatigen Verspätung kommen."

Und der leitende Ingenieur in Temelin, Jiri Tyc, schätzt, dass Temelin erst im August oder September den Betrieb aufnehmen wird.

Nun geht es für Skoda Prag also darum, die für die Verspätungen drohende drastische Strafe, die sich angeblich auf einige 100 Millionen Kronen belaufen soll, abzuwenden. Ein derart hohes Bußgeld wäre für das Unternehmen nämlich existenzbedrohend. Dessen Direktor Kovarik bekannte dann auch, dass die Höhe der Strafe eine gewichtige Rolle spiele und fügte an (ZITAT): "Wir verhandeln derzeit mit CEZ darüber, wie wir diese Situation lösen können."

Da die Temelin-Betreibergesellschaft CEZ nach dem Tschechischen Staat aber der größte Aktionär von Skoda Prag ist, werden die Verhandlungen vermutlich keinen dramatischen Ausgang nehmen, da CEZ sicher kein Interesse daran hat, seiner Tochtergesellschaft zu schaden.

Autor: Olaf Barth
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