Toyota, Peugeot und Citroën rufen auch in Tschechien gebaute Autos zurück

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Die Meldung sorgt seit einigen Tagen europaweit für Schlagzeilen: Wegen eines fehlerhaften Gaspedals muss Toyota weltweit Hunderttausende Autos in die Werkstätten zurückrufen. Nun wurde bekannt, dass auch Modelle der Marken Peugeot und Citroën betroffen sind. Und zwar jene, die gemeinsam mit Toyota im tschechischen Kolín hergestellt werden. Jitka Mládková hat mit Radio-Prag-Redakteur Daniel Kortschak über die Einzelheiten gesprochen:

Daniel, was genau ist denn bei den Fahrzeugen defekt, dass sie nun in die Werkstätten zurück müssen?

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„Es handelt sich um einen Fehler am Gaspedal. Es kann sein, dass das Pedal einfach stecken bleibt oder nur sehr langsam in die Ausgangsposition zurückkehrt. In den USA hat es dadurch schon Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben. In Europa sind bisher keine derartigen Fälle bekannt, die Rückrufaktion ist laut Toyota eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Toyota ruft deshalb nun weltweit rund 4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Neben sieben anderen Modellen auch den im mittelböhmischen Kolín gebauten Kleinwagen Aygo. Doch nicht nur Toytota ist betroffen…

Das sei nur ein Zehntel der insgesamt hergestellten Wagen, lässt die Pariser PSA-Zentrale wissen. Die beiden Modelle werden zwar ausschließlich in Kolín hergestellt, aber nicht in allen Ausstattungs- und Motorisierungsvarianten sind die fehlerhaften Gaspedale eingebaut. Insgesamt sind rund 150.000 in Kolín gebaute Toyota, Peugeot und Citroën betroffen, davon sind rund 10.000 in Tschechien verkauft worden.“

Was sagt denn der Hersteller TPCA – so heißt die gemeinsame Gesellschaft von Toyota und Peugeot-Citroën in Kolín – zu den Problemen?

Aber die Besitzer der betroffenen Autos würden schnellstmöglich und unverzüglich informiert, lassen die Autohersteller ausrichten.“

Gibt es sonst irgendwelche öffentlichen Reaktionen?

„Nun, der Präsident von Toyota, Akio Toyoda, hat sich für die Probleme öffentlich entschuldigt. Die französischen Gewerkschaften wiederum sehen sich in ihrer Kritik an der Auslagerung der Produktion in so genannte Niedriglohn-Länder bestätigt. Die aktuellen Probleme seien ein Auswuchs des „Toyotismus“, der für minimale Entwicklungszeit, minimale Materialkosten und minimale Löhne stehe, sagte ein Vertreter des Demokratischen Gewerkschaftsbundes CFDT, des größten gewerkschaftlichen Verbandes in Frankreich gegenüber dem Fernsehsender 'France 2'.“