Tschechen geben jährlich bis zu einer halben Milliarde Kronen für Vogelfutter aus
Der Winter ist da. Für viele Menschen bedeutet das unter anderem, dass sie ihre Futterhäuschen herausholen und den Vögeln etwas bereitstellen.
Bis zu einem Drittel der Menschen in Tschechien füttern Vögel. Dies sagt der Ornithologe Peter Adamík. Er leitet das Naturkundemuseum in Olomouc / Olmütz und unterrichtet an der dortigen Palacký-Universität. Zusammen mit seinen Studenten hat er eine Umfrage durchgeführt:
„Tschechien schneidet im Vergleich zu den westeuropäischen Ländern sehr gut ab. Es gibt natürlich Unterschiede je nach der Gemeinde und Stadt. Die Ergebnisse sind mannigfaltig. Allgemein gilt, dass etwa ein Drittel der Tschechen Vögel füttern. Aber etwa in der Region der Walachei haben wir Gemeinden gefunden, in denen dies für 80 Prozent der Haushalte gilt.“
Im Rahmen des Uni-Projekts wurde auch berechnet, wie viel Geld die Menschen für Vogelfutter aufwenden:
„Wir haben herausgefunden, dass Einzelpersonen bis zu 500 Kronen (21 Euro) pro Jahr für Vogelfutter ausgeben. Aufgrund verschiedener Berechnungen sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die jährlichen Gesamtausgaben für Futter in Tschechien bei bis zu einer halben Milliarde Kronen liegen.“
Das sind mehr als 20 Millionen Euro. Die meisten Vögel hierzulande sind Zugvögel. Alle Arten, die sich von Insekten ernähren, ziehen nach Afrika, um dort zu überwintern. Nur ein Bruchteil der Arten bleibt das ganze Jahr über in Tschechien:
„Zu Hause ist hier etwa der Kleiber, ein unauffälliger Vogel, der sich auf Baumstämmen bewegt. Sehr beständig ist auch der Baumläufer. Weiter sind es die Goldhähnchen, vor allem das Wintergoldhähnchen, eine der kleinsten Vogelarten hierzulande. Es ist kaum zu glauben, dass ein Vogel, der nur ein paar Gramm wiegt, imstande ist, bei harten Bedingungen zu überleben. Oder auch die Elster ist ebenfalls nicht wanderlustig.“
Andere Vogelarten kommen wiederum aus dem Norden und Nordosten Europas nach Tschechien, um hierzulande den Winter zu verbringen. Das sind einige Arten von Meisen, die im Baltikum, Westrussland und Belarus beheimatet sind. Aber es gehören dazu ebenso Raben, die etwa Mitte Oktober in Tschechien eintreffen, sowie Rotdrosseln, Raubwürger oder Raufußbussarde.
Das Verhalten der Vögel werde allerdings dadurch beeinflusst, dass die Winter in den zurückliegenden Jahren immer milder geworden seien, sagt der Ornithologe. Demzufolge werden die Migrationswege kürzer, und es steigt der Anteil jener Vögel, die sich gar nicht erst auf den Zug nach Süden machen. Dies gilt etwa für Meisen, die früher im Herbst nach Italien und Frankreich flogen und nun immer häufiger hierzulande überwintern.
Peter Adamík empfiehlt, welches Futter am besten für die Piepmätze ausgestreut werden sollte:
„Ideal ist es, ihnen unverarbeitete Nahrung zu geben, also Körner und Samen, zum Beispiel Sonnenblumenkerne. Auch Talgkugeln mit Samen nehmen viele Vogelarten dankbar an.“
Wichtig sei, dass die Vögel mit Sicherheit am vorgesehenen Ort ihr Futter fänden, mahnt er:
„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sie sich daran gewöhnen, gefüttert zu werden, und dann – wenn ein Unwetter kommt – zum Vogelhäuschen kommen und es leer vorfinden. Wenn man schon mit dem Füttern beginnt, sollte man das regelmäßig tun.“
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