Tschechien bringt Gold und viermal Bronze aus Göteborg nach Hause

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Wenn zu Beginn einer neuen Saison internationale Leichtathletik-Meisterschaften in der Halle ausgetragen werden, dann sind die tschechischen Teilnehmer stets ambitioniert. Denn nicht alle Topathleten starten dort und man kann sich gut in Szene setzen. Am vergangenen Wochenende sind die tschechischen Leichtathleten ihren Ansprüchen voll gerecht geworden: Gleich fünf Medaillen brachten sie von der Hallen-Europameisterschaft in Göteborg mit.

Adam Sebastian Helcelet (Foto: ČTK)
Viele Jahre haben der heutige Cheftrainer der tschechischen Leichtathleten, der ehemalige Zehnkampf-Weltrekordler Tomáš Dvořák, und sein sportlicher Nachfolger Roman Šebrle für Glanzpunkte gesorgt. Dvořák ist nicht mehr aktiv und der 38-jährige Šebrle steht kurz vor dem Ende seiner Laufbahn. Langsam aber sicher ist mit Adam Sebastian Helcelet schon ihr Nachfolger zu sehen - er wurde in Göteborg Vierter im Siebenkampf. Wenn aber derzeit ein tschechischer Athlet heraussticht, dann ist es der erst 22-jährige Pavel Maslák. Auf der 400-Meter-Strecke hat er schon bei den Olympischen Spielen in London seine Klasse angedeutet, jetzt ist er endgültig in die europäische Spitze vorgerückt. In Göteborg gewann er nicht nur den 400-Meter-Endlauf in souveräner Manier, sondern auch in einer Rekordzeit, die er zuvor angekündigt hatte:

Pavel Maslák (Mitte). Foto: ČTK
„Ich war der Meinung, dass ich das Finale mit einem neuen tschechischen Rekord gewinnen werde, und so ist es dann auch gekommen.“

Aus Masláks Antwort spricht auch eine große Portion Selbstbewusstsein, die dem jungen Athleten wohl zueigen ist:

„Diese Eigenschaft ist mir wohl von Natur gegeben. Ich gehöre auch zu jenen, die sagen: Wer nicht an sich glaubt, kann auch nichts zeigen. Wenn man sich nur kleine Ziele setzt, dann werden sie meist nicht erfüllt. Wenn man sich aber ein großes Ziel setzt und es auch verfolgt, dann erreicht man es irgendwann auch.“

Ladislav Prášil (Foto: ČTK)
Sein erstes großes Ziel, den Gewinn einer internationalen Medaille, hat auch Kugelstoßer Ladislav Prášil geschafft. Mit der Weite von 20,62 Meter gewann er in Göteborg die Bronzemedaille.

„Ich bin sehr erfreut darüber, auch wenn ich das nach außen vielleicht nicht so zeige. Es ist mein erster großer Erfolg, bei meinem zweiten Start - von daher bin ich überaus zufrieden.“

Jaroslav Bába (Foto: ČTK)
Wie Maslák, der zudem mit der 4x400-Meter-Staffel Bronze holte, gehört auch Prášil zur jüngeren Generation, die alles noch vor sich hat. Jaroslav Bába, der im Hochsprung ebenfalls Bronze eroberte, ist dagegen schon ein erfahrener Athlet, auf den man bauen kann. Das kann Cheftrainer Dvořák ebenso über seine beiden Spezialistinnen auf der langen Hürdendistanz sagen: Zuzana Hejnová und Denisa Rosolová. In der Halle wird indes nur auf der flachen 400-Meter-Strecke gelaufen. Beide Tschechinnen rechneten sich auch dort Medaillenchancen aus, im Einzelfinale wurden es aber nur die undankbaren Plätze vier und fünf. Hejnová haderte danach mit der ungeliebten Innenbahn:

Denisa Rosolová, Jitka Bartoníčková, Lenka Masná und Zuzana Hejnová (Foto: ČTK)
„Ich bin ganz sicher nicht zufrieden. Ich wollte eine Medaille, aber was soll ich machen, wenn mir die Innenbahn zugelost wird. Es hat sich leider wieder bewahrheitet, dass die Außenbahnen von großem Vorteil sind.“

Nach dieser Enttäuschung hielten sich beide Läuferinnen jedoch anschließend mit dem dritten Platz in der Staffel schadlos. Und Denisa Rosolová – im Einzelrennen unter anderem von der Schwedin Hjelmer geschlagen – warf bereits einen Blick voraus auf die nächste Hallen-Europameisterschaft:

„Wir werden sehen, wie es in zwei Jahren in Prag ausgehen wird. Da werden vielleicht die Schwedinnen erfahren müssen, wie es ist, innen laufen zu müssen.“

Die nächste Hallen-EM der Leichtathleten wird 2015 in der Prager O2-Arena ausgetragen.

Autor: Lothar Martin
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