Tschechien liegt bei Gesundheitsfinanzierung unter EU-Durchschnitt

Photo: Archives de ČRo

Die Tschechische Republik unterstützt die Krankenbehandlung mit einem geringeren Anteil des Bruttoinlandsproduktes (BIP) als führende EU-Staaten aus West- und Nordeuropa. Mit dem BIP-Anteil von 7,8 Prozent (Stand: 2015) liegt Tschechien auch unter dem EU-Durchschnitt. Der stehe gegenwärtig bei 9,9 Prozent, informierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Prag.

Illustrationsfoto: Petr Kološ, Archiv des Tschechischen Rundfunks
„Der Anteil, der in Tschechien zur Finanzierung der Gesundheitspflege aufgebracht wird, erreicht nicht den EU-Durchschnitt von 9,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dieser Durchschnitt wird von unseren Nachbarländern wie Polen, der Slowakei und Ungarn leicht überboten. Die großen Industrienationen wie Frankreich, Deutschland oder auch Schweden kommen auf rund 11 Prozent. Im Gegensatz dazu liegen die baltischen Staaten mit sechs Prozent sowie Rumänien mit fünf Prozent am Ende der Rangliste“, informierte Vladimír Kalnická vom Statistikamt. Die Tschechische Republik rangiert gemeinsam mit Großbritannien auf dem 18. Platz. Und das ist schlechter als noch im Jahr 2010, als der Anteil am BIP in Tschechien noch bei 8,6 Prozent lag.

Aber auch wenn dieser Anteil in den zurückliegenden Jahren um fast ein Prozent gesunken ist, die Gesamtsumme der Kostenfinanzierung hat sich erhöht. Im Jahr 2010 wurden 340,7 Milliarden Kronen (ca. 12,8 Milliarden Euro) für die Gesundheitspflege aufgewendet, fünf Jahre später waren es 353,7 Milliarden Kronen (ca. 13,35 Milliarden Euro). Rund zwei Drittel der Summe, 234,7 Milliarden Kronen (ca. 8,85 Milliarden Euro), steuerte die Krankenkasse bei. Aus dem Budget der krankenversicherten Bürger gingen 13 Prozent in den Finanzierungstopf, das waren 45 Milliarden Kronen (ca. 1, 7 Milliarden Euro). Ein weiteren Teil, insgesamt 64,7 Milliarden Kronen (ca. 2,45 Milliarden Euro), haben der Staat und weitere öffentliche Haushalte hinzugegeben. Der staatliche Anteil lag bei rund 15 Prozent, der Anteil der öffentlichen Kassen erreichte drei Prozent. Und die restlichen knapp drei Prozent zum Gesamtaufkommen wurden von Non-Profit-Organisationen, Unternehmen und weiteren Quellen getragen.