Tschechiens Fußballer wollen endlich wieder zur WM und setzen auf Heimvorteil in Play-offs
Die tschechische Fußballnationalmannschaft kennt ihren Gegner für das Play-off-Halbfinale um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Sie trifft auf das Überraschungsteam aus Irland. Und im möglichen Finale geht es entweder gegen Dänemark oder Nordmazedonien. Im Folgenden die Reaktionen auf dieses Los.
Mit einem standesgemäßen 6:0 gegen Fußballzwerg Gibraltar beendete die tschechische Nationalmannschaft am Montag die Gruppenphase der WM-Qualifikation. Das bedeutete letztlich Platz zwei in der Gruppe hinter Kroatien. Damit treten die Fußballer aus Tschechien im März in den Play-offs um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft an.
Ausgelost wurden die Play-off-Paarungen am Donnerstag. Im Halbfinale empfängt das Team um Stürmer Patrik Schick die Mannschaft aus Irland. Die Iren hatten sich durch ein Last-Minute-Tor in Ungarn den Sieg und den zweiten Platz in ihrer Gruppe gesichert. Positiv für Tschechien ist, dass man nicht etwa auf Italien oder die Türkei trifft. Dennoch warnt Pavel Nedvěd, der Manager der tschechischen Nationalmannschaft:
„Ein sehr schwerer Gegner. Wir haben die Iren in ihren letzten beiden WM-Qualifikationsspielen gesehen. Da schlugen sie Portugal mit 2:0 und haben dann in der letzten Sekunde in Ungarn den Einzug in die Play-offs festgemacht. Das irische Team ist charakterstark. Aber wir haben den Heimvorteil, was für uns der entscheidende Faktor sein könnte.“
Und auch in einem möglichen Play-off-Finale hat Tschechien das Heimrecht. Anders als früher werden sowohl die Halbfinal- als auch die Final-Begegnungen der Play-offs nämlich nur in einem einzigen Spiel entschieden und nicht in einem Hin- und einem Rückspiel.
Von den tschechischen Nationalspielern äußerte sich Verteidiger Ladislav Krejčí zu der Auslosung...
„In der letzten Zeit sind wir nur selten auf Teams von den britischen Inseln getroffen. Umso mehr müssen wir uns auf das Spiel vorbereiten, um uns nicht überraschen zu lassen. Aber uns freut ganz klar, dass wir zu Hause antreten können. Und dann winkt uns ja bei einem Sieg noch ein weiteres Heimspiel. Das ist natürlich ein großer Vorteil, aber damit sollten wir uns erst befassen, wenn wir das erste Spiel für uns entschieden haben“, so der Profi von den Wolverhampton Wanderers.
Am 26. März empfängt Tschechien Irland, und die zweite Begegnung würde am 31. März angepfiffen. Da träfe man auf den Sieger aus der Begegnung zwischen Dänemark und Nordmazedonien.
Bisher haben sich die tschechischen Fußballer seit der Selbständigkeit ihres Landes nur einmal zur WM qualifiziert. Das war 2006 für Deutschland. Doch Ex-Nationalspieler Pavel Horváth glaubt, das könnte nun erneut klappen.
„Ich sehe das optimistisch. Ich bin froh, dass wir im Halbfinale kein Team aus dem ehemaligen Jugoslawien bekommen haben. Es ist wirklich kein schlechtes Los, auch weil wir zweimal zu Hause spielen und dies für uns nutzen können. Allerdings klingt das Heimrecht nach dem letzten kleinen Skandal um die Nationalmannschaft nicht unbedingt gut. Aber ich denke, dass bis dahin alles bereinigt ist“, sagt der Fußballexperte beim Sportsender des Tschechischen Rundfunks.
Der Vorfall, auf den Horváth anspielt, bezieht sich auf den Heimsieg am Montag gegen Gibraltar. Die tschechischen Nationalspieler gingen nach dem Schlusspfiff nicht wie üblich zu den Fans, um mit ihnen zu feiern. Dabei hätten sie einiges gutzumachen gehabt nach ihren teils schlechten Leistungen in den Spielen davor. Das sah man auch beim tschechischen Fußballverband (FAČR) so. Deswegen hat das Exekutivkomitee des Verbandes nun Tomáš Souček für das Spiel gegen Irland die Kapitänsbinde entzogen. Und Manager Nedvěd merkt dazu an:
„Das geht eigentlich auch auf meine Kappe. Ich war nicht dort, wo ich in dem Moment hätte sein sollen. Sonst hätte ich die Jungs dazu gebracht, zu den Fans zu gehen. Das Kapitel sollten wir aber abschließen. Wir werden uns bemühen, das so schnell wie möglich wieder geradezubiegen.“
Unruhig ist es aber auch noch aus einem anderen Grund um das tschechische Fußballnationalteam. Denn derzeit wird es nur von Interimscoach Jaroslav Köstl betreut. Eigentlich ist der Verband noch weiter auf der Suche nach einem festen Trainer. Und dieser könnte erstmals aus dem Ausland kommen. Sogar der Name Jürgen Klinsmann ist in diesem Zusammenhang schon gefallen.







