Tschechisch-deutsche Zusammenarbeit beim Bau von Seniorenheimen
Die Nachfrage nach Plätzen in Seniorenheimen übersteigt in Tschechien die Kapazitäten dieser Einrichtungen. Die Altenheime haben verschiedene Träger, einer davon ist das Tschechische Rote Kreuz. Es hat mit Hilfe seiner deutschen Partnerorganisation bereits neun Seniorenheime erbaut. Eines davon befindet sich am Stadtrand von Prag - in der schönen Gegend in der Nähe des Lustschlosses Hvezda. Am vergangenen Freitag besuchten einige deutsche Gäste das Heim, um einen Scheck zu übergeben. Dazu ein Beitrag von Martina Schneibergova, gelesen von Andrea Nehr.
Das Haus bei Bila hora/Weißer Berg ist eines der neun Seniorenhäuser, die vom Tschechischen Roten Kreuz erbaut wurden. Die ersten davon entstanden nach der Hochwasserkatastrophe 1997 in Mähren. Viele ältere Leute sind dort damals um ihre Wohnungen gekommen, sagt Dr. Josef Konecny vom Tschechischen Roten Kreuz:
"Da entschieden wir uns, die Seniorenhäuser zu errichten. Sie wurden einerseits aus einer Spendensammlung finanziert, die bei uns organisiert wurde. Andererseits hat unsere Partnerorganisation in Deutschland eine ähnliche Spendensammlung durchgeführt und uns das Geld für den Bau der Heime geschenkt. Das neunte Haus wurde hier in Prag im April 2005 eröffnet. Der Bau dieses Hauses wurde vollständig vom Deutschen Roten Kreuz finanziert."
Im Gebäude gibt es 19 kleinere Wohnungen. Die Nummer Dreizehn bewohnen die Pristoupils. Sie sind beide Naturwissenschaftler. Es scheint, dass sie es genießen, hier zu wohnen. Dr. Tomas Ivan Pristoupil sagt:
"Das Gebäude ist ganz neu. Die Beziehungen zu den Nachbarn sind sehr freundlich. Hauptsache ist es, dass es hier die Möglichkeit gibt, in dem großen schönen Garten zu arbeiten. Das macht mir viel Spaß."
Die Ausstattung im Haus wird unter anderem vom deutschen Roten Kreuz finanziert. Hannelore Rönsch, die ehemalige Bundesministerin für Familie und Senioren und derzeit Präsidentin des Hessischen Roten Kreuzes, war einer der Gäste. Am vergangenen Freitag überreichte sie den Scheck den Vertretern der tschechischen Partnerorganisation am Freitag offiziell.
"Das Hessische Rote Kreuz hat dankenswerterweise eine Partnerschaft mit dem Tschechischen Roten Kreuz, die sich in den vergangenen Jahren schon sehr gut bewährt hat - zum Beispiel bei der Hochwasserkatastrophe sowie bei einer anderen Art der Zusammenarbeit. Ich bin gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende einer deutschen Stiftung, die sich um ältere Menschen in unserer Gesellschaft kümmert und mithilft Seniorenheime zu errichten. Diese Stiftung will zur tschechisch-deutschen Freundschaft beitragen und hier den alten Menschen ein kleines Zeichen setzen. Deshalb haben wir 425.000 Kronen mitgebracht."
Sie haben die Entstehung des Heims beobachtet. Wann waren Sie hier zum ersten Mal?
"Als das ganze noch ein Rohbau war, und man mit Helmen über Leitern steigen musste. Deshalb bin ich begeistert von dem, was daraus geworden ist. Ich hoffe, dass viele alte Menschen hier ihren Lebensabend verbringen können und viel Freude in diesem Haus haben werden."







