Tschechische Erstwähler wollen ihr Land gut bewertet in der EU sehen

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Von den Wahlberechtigten in der Tschechischen Republik stellt die Gruppe der 18 bis 29-jährigen rund ein Viertel des Wählerpotenzials dar. Unter ihnen haben mehrere Tausend gerade das 18. Lebensjahr vollendet und so die Möglichkeit, zum ersten Mal in ihrem Leben an die Wahlurne zu treten. Lothar Martin hat zwei von Ihnen nach Ihren Vorstellungen von der Politik und dem Leben in Tschechien befragt.

Wenn man sich in Tschechien unter den Jungwählern umhört, ob sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen werden, erhält man nicht selten ein "Ich geh eh nicht zu den Wahlen" als Antwort. Weshalb das Desinteresse, darüber schweigt man sich lieber aus. Oder man erhält zur Antwort: "Politik interessiert mich nicht." Aber die Mehrheit unter den Jungwählern denkt anders. Viele haben bereits eine feste Meinung - wie Adela Randáková, Schülerin der 7 B am Österreichischen Gymnasium in Prag, die sich kritisch zu den Nichtwählern äußerte:

Ihr Mitschüler Jan Kratochvíl ist ebenfalls der Auffassung, dass man sich die Möglichkeit, seine Wählerstimme abgeben zu können, nicht entgehen lassen sollte. In seiner Antwort schwingt jedoch auch mit, dass die hiesige Politik die jungen Tschechen nicht gerade vom Hocker reißt:

Sie habe Angst, dass Tschechien als relativ kleines Land eben nicht fair und gleichberechtigt in der EU behandelt werde, ergänzte Adela. Honza wiederum sieht es als ein Problem, dass die Tschechische Republik noch gar nicht recht auf den EU-Beitritt vorbereitet sei. Einer aktuellen Studie zufolge hätten sich derzeit immerhin 53 Prozent der Tschechen gegen eine EU-Mitgliedschaft ausgesprochen. Da müsse von Seiten der Politiker mehr und besser informiert werden, meinte Jan. So wie er denken die meisten der tschechischen Jungwähler, die nur innerhalb der Europäischen Union eine hoffnungsvolle Perspektive für ihr Land sehen.