Tschechische Flugzeugbauer im Aufwind

Foto: Archiv Aircraft Industries

Die tschechische Flugzeugindustrie meldet trotz der allgemein schlechten Wirtschaftslage hohe Verkaufszahlen. So konnte der Hersteller Aircraft Industries 2013 die Rekordzahl von 20 Flugzeugen verkaufen und auch die Aussichten des Unternehmens Aero Vodochody bessern sich.

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Der Flugzeughersteller Aircraft Industries aus Kunovice bei Uherské Hradiště / Ungarisch Hradisch meldete am Dienstag den Rekordumsatz von 2,086 Milliarden Kronen (77 Millionen Euro) für das Geschäftsjahr 2013. Das Unternehmen konnte diese Einnahmen durch den Verkauf von 20 Flugzeugen erzielen. Im Vorjahr gelang es Aircraft Industries, nur sechs Maschinen zu verkaufen, damals erzielten die Flugzeugbauer einen Umsatz von 769 Millionen Kronen (28,5 Millionen Euro) und einen Reingewinn von lediglich 4,7 Millionen Kronen (174.000 Euro).

Der Gewinn für 2013 steht noch nicht endgültig fest, soll aber bei etwa 154 Millionen Kronen (5,7 Millionen Euro) liegen. Hauptabnehmer der tschechischen Maschinen ist Russland, 17 der 20 Flugzeuge gingen nach Osten. 100-prozentiger Eigner der Firma ist der russische Industrieinvestor UGMK. Die Umsätze für 2013 hätten noch höher ausfallen können, allerdings leidet der Verkauf nach Russland derzeit unter dem sehr schwachen Rubel. Im laufenden Jahr plant der Hersteller den Bau von 16 Maschinen, ein Großteil soll nach Nepal geliefert werden.

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Auch der Flugzeugbauer Aero Vodochody meldet wieder steigende Umsätze. Daher sieht der Besitzer, die Investorgruppe Penta, nun auch von dem geplanten Verkauf des Herstellers ab. Auf der Pressekonferenz von Penta erklärte ein Sprecher, man erwarte bis zum Jahr 2017 eine Verdreifachung der Umsätze bei dem Hersteller von Zivil- und Militärfluggeräten. Das Unternehmen habe sich sogar auf die Suche nach neuen Angestellten gemacht, so der Sprecher. Dabei stehe man aber vor dem Problem, dass in diesem Bereich ein eklatanter Mangel an qualifiziertem Personal herrsche.

Aero Vodochody hat das leichte Kampfflugzeug L-159 gebaut, das die tschechische Luftwaffe in Auftrag gegeben hatte. Von den ursprünglich 72 georderten Maschinen brauchen die tschechischen Streitkräfte nun aber nur noch ein Drittel, den Rest versucht das Verteidigungsministerium seit einiger Zeit zu verkaufen. Interesse haben ein amerikanischer privater Dienstleister sowie die irakische Luftwaffe.