Tschechische Mikrobiologen entdecken bisher unbekannte Pilze
Als sie die Lebensweise einer seltenen Käferart erforschten, haben Mikrobiologen von der tschechischen und von der slowakischen Akademie der Wissenschaften bisher unbekannte Pilze gefunden. Ihre Entdeckung haben sie nun in der Mykologie-Fachzeitschrift IMA Fungus beschrieben.
Die Experten beschäftigten sich mit einem Typus der Ambrosiakäfer, der auf Latein Treptoplatypus oxyrus genannt wird. Dieser Käfer lebt im Tannenholz, das aber ansonsten für ihn ungenießbar ist. Um sich dennoch ernähren zu können, legt das Insekt sozusagen Pilzgärten an.
„Der Ambrosiakäfer bringt diese Pilze in speziellen Organen mit, die er dann aktiv in den Holzgängen züchtet und von denen er sich ernährt“, erläutert der Entomologe Jiří Hulcr.
Die Wissenschaftler konnten fünf Hauptarten an Pilzen aus den Käfern extrahieren. Erstaunt waren sie darüber, dass sie dabei auf eine neue Gattung und drei neue Arten stießen. Laut den Autoren der Studie handelt es sich um eine ungewöhnlich hohe Konzentration bisher nicht beschriebener, sehr seltener Organismen an einem Ort – im Körper des Käfers und in den von ihm geschaffenen Gängen im Holz.
„Solch eine Konzentration neuer Organismen ist außergewöhnlich. Sie lässt sich mit dem Ökosystem der Galapagos-Inseln vergleichen“, sagt der Hauptautor der Studie, Miroslav Kolařík.
Laut den Experten weist der Fund darauf hin, dass sich auch in den Wäldern Europas noch nicht untersuchte mikrobiologische Ökosysteme verbergen können.
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