Tschechische Wissenschaftler entdecken zwei neue Mikropilze
Die Forscher des Botanischen Instituts an der tschechischen Akademie der Wissenschaften haben zwei neue Arten mikroskopischer Pilze entdeckt, die in einem sehr salzhaltigen Umfeld wachsen.
Die Lebewesen tauchen an Meeresalgen nahe Mauritius auf, aber auch in den salzigen Böden Westböhmens. Diese Entdeckung beweise, dass einige Pilze, die bisher nur mit einem Meeresumfeld in Verbindung gebracht wurden, überraschenderweise auch auf dem Festland gedeihen könnten, kommentierte Institutssprecherin Miroslava Dvořáková am Mittwoch.
„Auf Grundlage der genetischen Daten und Laborversuche zeigt sich, dass der Hauptfaktor beim Vorkommen dieser Pilze eine salzige Umgebung ist – und eben nicht die Frage, ob es sich um Meer oder Festland handelt“, schreiben die Autoren der Studie.
Die neu entdeckten Arten gehören in die Ordnung der Lulworthiales. Deren Vertreter kennt man bisher vor allem aus maritimen Lebensräumen, wo sie etwa an Treibholz wachsen, auf den Schaumkronen des Wassers oder an Seegras.
Der Pilz Thalassodendromyces purpureus lebt an der Küste von Mauritius im Indischen Ozean in einer symbiotischen Verbindung mit der Wirtspflanze Thalassodendron ciliatum. Die zweite neu entdeckte Art, Halomyrma pluriseptata, haben die Wissenschaftler hingegen im Naturschutzgebiet Soos in der Nähe von Františkovy Lázně / Franzensbad gefunden. Die dortigen Böden und Gewässer sind sehr salzhaltig. Die genetische Analyse habe ergeben, dass dieser Pilz mit den Meeresarten verwandt sei, berichten die Botaniker. Dies weise auf eine unerwartete Verbindung von Ökosystemen im Meer und an Land hin.
Die neuen Erkenntnisse würden die Bedeutung von extremen und wenig beachteten Lebensräumen für die Vielfalt von Pilzen und weiteren Mikroorganismen unterstreichen, heißt es in der Studie. Des Weiteren würden neue Fragen aufgeworfen zur Anpassungsfähigkeit, Evolution und Verbreitung mikroskopischer Pilze über die Kontinente und Ökosysteme hinweg.







